Kurzfristige Patt-Situation deutet auf mittelfristige Seitwärts-Bewegu
Daniel Wilhelmi in Profit Radar
vom 19. Juni 2008, 19:00 Uhr
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Ich komme auf meinen Profit Radar von gestern zurück. Darin ging es um Argumente für einen Bären-Markt.
De facto haben also sowohl die Bullen als auch die Bären gute Argumente und wir haben eine Patt-Situation. Was ziehen wir daraus für Schlussfolgerungen? Nun, die einzig logische Erklärung ist für mich, was ich Ihnen hier im Profit Radar schon immer wieder geschrieben habe: Wir werden in den kommenden Jahren in eine große Seitwärtsbewegung übergehen.
Die steigenden Zinsen werden den Markt nach oben deckeln. Zudem werden wir nach meiner Meinung in den kommenden Jahren ein großes Sterben der Hedge Fonds sehen. Denn die investieren vor allem auf Basis von Trendfolgemodellen. Und die populäre Trendfolge ist in Seitwärtsmärkten nicht die beste Börsenstrategie. Hier ist antizyklisches Traden klar zu bevorzugen.
Eigentlich ist das Hedge-Fonds-Sterben auf den 1. Blick gar nicht so schlimm, denn es nimmt Volatilität aus dem Markt. Aber: Hedge Fonds spekulieren primär auf Kredit - und damit waren sie in den vergangenen Jahren ein großer Treiber der Aktien- und vor allem der Rohstoffmärkte. Denn sie haben zusätzliche Liquidität in den Aktienmarkt gebracht.
Damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt: Ich gehe davon aus, dass wir auch im Rohstoff-Sektor in den kommenden Jahren bei vielen Rohstoffen Seitwärtsphasen erleben werden, weil einfach spekulative Gelder abgezogen werden müssen. Sie erinnern sich vielleicht an Gold im Frühling/Sommer 2006, als Gold von 700 US$ auf unter 600 US$ fiel, und kein Mensch verstand, warum das passierte. Bis raus kam, dass dieser Kursrutsch durch die Schieflage einiger Hedge Fonds ausgelöst wurde, die gezwungen waren, durch Goldverkäufe Verluste im Aktienmarkt zu kompensieren.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi