"Kurzfristige Linderung"

Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
vom


Prof. Dr. Peter Kugler von der Universität Basel (im übrigen Professor für Monetäre Makroökonomik) erachtet es in einem Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger als schlimme Entscheidung", dass die EZB nun Staatsanleihen hoch verschuldeter Staaten und auch private Schuldverschreibungen im Euro-Währungsgebiet (vgl. die Pressemitteilung: http://www.bundesbank.de/download/ezb/pressenotizen/2010/20100510.ezb.pdf ) aufkauft.


Verlust der Reputation

Damit habe Kugler zufolge die EZB die Reputation, die sie über Jahre hinweg aufgebaut habe, verspielt. Letztlich stellt die Zentralbank damit den Staaten implizit Kredit zur Verfügung. Diese Entwicklung mache sehr deutlich, dass die EZB damit ihre Unabhängigkeit aufgegeben habe.

Wachsende Inflationsgefahr als Folge

Laut Prof. Kugler wachse dadurch die Inflationsgefahr weiter. Die Geschichte liefere ja unzählige Beispiele von Staaten, die ihre Verschuldungsprobleme über Inflation zu lösen versuchten. Und selbst für den Fall einer nicht willentlichen Inflationierung, dürfte es sehr schwer werden, Geldentwertung am Ende des Tages tatsächlich zu verhindern. Denn es sei sehr, sehr schwer, die Zusatzliquidität wieder abzuschöpfen. Da geldpolitische Veränderungen erst in 18 bis 24 Monaten ihre volle Wirkung entfalten, müssten eigentlich schon heute Maßnahmen gegen die zukünftige Inflation ergriffen werden.

Ja, liebe Leserin, lieber Leser, aus politisch-ökonomischen" Gründen werden diese aber noch nicht ergriffen. Kurzfristig mag der Schutzschirm zwar auf den ersten Blick beruhigend sein, mittel- und langfristig ist diese Entwicklung aber höchst beunruhigend. Man hat sich also nur kurzfristig etwas Linderung verschafft.

Weiter ungelöste Probleme

Denn langfristig sei der Problemberg alles andere als abgearbeitet. Im Gegenteil, dieser ist mit dem neuerlichen Rettungsschirm gar noch größer geworden. Die Probleme mit der sog. Spekulation" werde Prof. Kugler zufolge die EU nicht so schnell wieder los. Denn die Probleme seien ja dadurch entstanden, dass die Staaten massiv über ihre Verhältnisse lebten, auch dank der tiefen Zinsen. Es sei nun angebracht, dass die Staaten endlich ihre Fiskalpolitik in den Griff bekommen würden. Zwar würden nun nach außen harte Konsolidierungsschritte versprochen, ob dies aber letztlich nur Lippenbekenntnisse sein werden, bleibt abzuwarten.

Zu guter letzt noch ein kurzer Blick zum Goldmarkt. Den Edelmetallhandelshäusern zufolge bleibt die physische Nachfrage weiter extrem hoch, woraus sich diverse logistische Probleme ergeben. So denn die gängigen Anlagemünzen noch zu haben waren, musste man gestern für eine Unze Krügerrand um die 980 Euro bezahlen. Den Wiener Philharmoniker in Silber gab es für rund 17 Euro. Sehr interessant ist auch, dass sich - gerade beim Gold - angesichts der Rekordnotierung auch die Verkaufsneigung wieder etwas erhöht hat.


ähnliche Beiträge:

Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben

Kommentar von J Clauß

Hi... Ich finde NICHT, das die Entscheidung der EZB falsch war.. eine europäische Bank muss sich um die europäischen Zahlungsmodalitäten kümmern können, so wie Väter für ihre Familien.. Es kann nicht angehen, sich vom Rest der Welt seinen Haushalt zerstören zu lassen, nur weil "reiche "Produzenten den Arbeitern in den Drittweltländern ein Butterbrot(nicht mal mit Butter!!) zahlen... Wenn es nach mir ginge, würde ich mich als EU komplett von der Weltwirtschaft abkoppeln!!! Wir haben genügend Technologien, genügend Arbeitskräfte und genügend Know How, um es uns leisten zu können, OHNE die vertrackten Systeme, die von Scharlatanen unterstützt werden, mit dem Ansinnen die finanzielle Macht auf der Welt zu beherrschen.. WIR brauchen weder China , noch die USA noch sonstige Beutelschneider, wenn wir endlich zu unserem Europa stehen und UNSERE Arbeitskraft für UNS!!! verwenden... SCHLUSS mit all den Spekulationen, die Werte müssen wieder an der Hand am Arm gemessen werden, Europa muss nun darum kämpfen, sich nicht vom Rest der betrügerischen Weltwirtschaft überfahren zu lassen!! Solange die Wirtschaft keine Verantwortung übernehmen will, solange brauchen WIR sie auch NICHT zu eigen machen. Wir können auch unser eigenes Wirtschaftssystem gründen, das nur für UNS in Europa gilt. Es kommt nur darauf an, mutig zu sein und endlich Selbstständig zu werden. Schweden liefert den Stahl, das Ruhrgebiet und Frankreich liefern Kohle und der Osten Europas das Korn... Wir brauchen also die verlogene Weltwirtschaft nicht, die nur auf DEN Leuten beruht, die sich an der Kraft der Einzelnen seit Jahrhunderten unrechtmäßig bereichert.. Es wird Zeit, dem globalen Betrug endlich Paroli zu bieten.

Antworten
Kommentar von wowi

Es ist interessant welche "hehren Worte" herhalten müssen um den "Souverän" zu beruhigen. Hierzu ein Frage: Was sind denn nun die "nach außen harten Konsolidierungs-schritte?" Bitte, wenn möglich, eine Aussage Ihrerseits. m.f.G. ps. Ismen sind immer ideelle philo-sophische Gedankengebäude. Das gilt für alle! Ein Ismus ohne Gegenkraft ist kopflastig. Hier sind Regierungen gefordert. Alles andere ist Anarchie. Wollen wir das?

Antworten