Kurzfristige Dax-Signale mit dem Firley „kurz“
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 29. März 2010, 18:00 Uhr
ENL5454
wie letzte Woche angekündigt, schauen wir heute noch auf den „Firley kurz"-Indikator in einem etwas kürzerfristigen Dax-Chart. Vorab ein Wort zur aktuellen Börsenlage:
Dax und Dow Jones zuckeln langsam, aber sicher auf wichtige Widerstände (beim Dax 6.200, beim Dow 11.000 Punkte). Der heutige positive US-Börsen-Beginn wird vor allem mit einer positiven Entwicklung bei den persönlichen Einnahmen und Konsumausgaben in den USA begründet. Nun... für den Moment mag dies interessant sein (die Experten-Prognosen wurden erfüllt). Aber wie wir wissen, kann sich das Bild in den USA ganz schnell drehen (wofür dann auch wieder entsprechenden Nachrichten gefunden werden können...). Daher konzentrieren wir uns weiterhin auf die Charttechnik bzw. den Firley-Indikator. By the way:
Am 16. März schrieb ich das erste Mal von meinem „System" (als Mosaik-Steinchen) am Beispiel des Dow Jones Industrial. Damals wurde ein Kaufsignal bei etwa 10.640 Punkten generiert, heute steht der Dow bei etwa 10.900 Punkten... na immerhin. Aber ich betone: Ich folge nicht blind diesem System (im Gegenteil: ich schrieb von leichtem Bauchweh), doch beachte ich es eben SEHR genau - gekopelt mit einem entsprechenden Money-Management. Nun also zum Dax:
Chart Dax kurzfristig mit Firley kurz
Sie wissen: Einer meiner Grundsätze lautet: „Beachte Kaufsignale eher dann, wenn der 256-Tage über dem jeweiligen Kurs (hier Dax) liegt und beachte Verkauf-Signale (also Short-Spekulationen) eher dann, wenn der 256-Tage-GD unter dem Kurs liegt.
Wären wir jetzt in der Werbung würde ich auf diesem Gedanken herumreiten und die Vorzüge meines Systems ausdrücklichst beleuchten. Da aber die Vielzahl der Investors-Daily-Leser wohl eher an reinen Käufen interessiert ist (und weniger an Short-Spekulationen), werten wir das System an auch so aus. Wir betrachten also „nur" die Long-Einstiege (TA-Kennern werden die Verkauf-Signale und deren Ergebnisse sofort im Chart ins Auge stechen... vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt mehr hierzu). Also:
Das System weist im ausgewählten Zeitraum recht „durchwachsenen" Signale und entsprechende Ergebnisse aus. Na, ist das ist doch hervorragend (glauben Sie mir, ich hätte im Nachhinein auch ein System basteln können, welches nur Gewinn macht...). Schauen wir uns das Ganze einmal an. Von links nach rechts:
Für alle Neu-Leser: Die grünen Pfeile im Chart sind Einstiegs-Signale, die beiden Balken sind Ausstiegssignale.
Die jeweils gestrichelten schwarzen Kreise zeigen zwei eher schwache Signale. In beiden Fällen wäre außer Spesen (und beim ersten Signal ein kleiner Verlust) nichts gewesen. Aber es kommt noch saftiger:
Die Signale bei den roten Ostereiern waren krasse Fehlsignale. Wer hier mit gehebelten Derivaten ohne Stopps agiert hätte, bewegte sich auf sehr dünnem Eis... (schließlich hätte der Dax ja auch weiter fallen können). Dann die Entlohnung:
Anhand der grünen Kreise und Linien erkennen Sie die Phasen, in denen das System „long" war (also auf Kauf schaltete), mit den entsprechenden Ausstiegen.
Aktuell (grüner Pfeil ganz rechts) hat das System für den Dax am 12. März ein Kaufsignal (bei 5.945 Punkten) generiert. Auch wenn ich dabei ein schlechtes Bauchgefühl habe (wie ich im damaligen Beitrag für den Dow Jones beschrieb), was solls? Auch wenn dies provokativ klingt. Aber bitte versetzen Sie sich bitte in meine Lage. Rekapitulieren wir mit einem Blick auf den Chart:
-Dax überbietet im März den Tiefpunkt aus 2008 (ich berichtete und wies darauf hin)
- Vorsichtiger Einstieg im März 2009 laut System (natürlich habe ich nicht 100% meines Kapitals in den Dax gesteckt, auch wenn dies im Nachhinein vielleicht sinnvoll gewesenen wäre...)
- April / Mai: Dax überbietet wichtige Hochpunkte (gleichbedeutend mit Bestätigung des Kaufsignale)
- Dax durchbricht die 256-Tage-GD im Juli 2009 (HURRA!)
- November 2009: Ausstiegs-Signal mit gleich darauffolgendem Einstiegssignal (hier war das Money-Management, also „wie viel meines Kapitals für Dax-Engagements setze ich ein?" viel wichtiger als das Signal selbst)
- Januar 2010: Ausstiegssignal (da ich ohnehin - auch ohne System - eine Korrektur erwartet, kam das Signal „wie gerufen")
- 12. März 2010: Kaufsignal (mit Bauchschmerzen). Auch hier wieder die große Frage: „Wieviel setze ich ein?" und die noch größere Frage: „Ab wann setze ich mehr ein?".
Sie erkennen: So ein System ist relativ einfach zu stricken. Wie in früheren Beiträgen dargestellt können Sie ja aus einem einzigen GD und einer Stopp-Strategie ein (phasenweise?) erfolgreiches System basteln. Jedoch werden Sie auf Dauer nur dann erfolgreich sein, wenn Sie das System verstehen, ggf. verbessern und sich vor allem daran halten. Und natürlich:
Entscheidend für das Depot-Ergebnis unterm Strich ist die Entscheidung über den Einsatz pro Trade oder Investition. Und die allerschwierigste Herausforderung an den Börsianer:
Die Disziplin aufzubringen, die vorher gesteckten Regeln (vor allem Stopps) auch einzuhalten.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
