Kurzer Marktblick: Russell 2000 am Widerstand
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 31. März 2011, 17:00 Uhr
ENL5454
Quelle: Stockcharts
Seitdem hat sich einiges getan und der Ausbruch nach oben ist erfolgt! Doch der nächste Widerstand wartet schon...
Quelle: Stockcharts
Wie Sie sehen können, notiert der Kurs zur Zeit in der Widerstandszone des letzten lokalen Hochs. Zwar gelang es, den Widerstand von vor gut einer Woche zu überwinden, jedoch wird es immer fraglicher, ob dies auch dieses Mal wieder nachhaltig gelingen wird.
Positiv ist zunächst einmal, dass der Preis sich leicht über dem Widerstand hält. Geht man davon aus, dass sich auch der Gesamtmarkt und die US-Wirtschaft weiter erholen werden, kann das "Vorpreschen" des Russell 2000 als eine gesunde Risikoneigung optimistischer Anleger gesehen werden, die nach der letzten kleineren Korrektur wieder vermehrt in den Markt zurückkommen.
Doch auch für die bärische Seite gibt es einige Punkte, die mir durchaus erwähnenswert scheinen:
Einerseits besteht aus technischer Sicht z.B. im RSI seit dem letzten Jahr eine bärische Divergenz (siehe Chart oben). Gleiches gilt auch für den MACD (oben nicht eingezeichnet, jedoch auch hier fallen die Tops immer tiefer aus, während der Markt jedoch steigt).
Dazu kommt, dass der Williams %R Index ebenfalls einen recht starken kurzfristig überkauften Zustand signalisiert.
Allein schon aus dieser Sicht wäre es möglich, dass der Russell 2000 bereits seine Kraft verbraucht hat, um überhaupt das kleine Stück über den obigen Widerstand zu kommen und ein Rückfall zu erwarten sein ist.
Skeptisch stimmt vor diesem Hintergrund beispielsweise auch, dass wichtige interne Marktindizes wie der NYSE BP Index ebenfalls noch keine Entwarnung geben:
Quelle: Stockcharts
Zwar zog der NYSE BP Index wieder etwas nach oben, doch bleibt er in einer O-Spalte auf dem Zustand "Bärenalarm". Wirkliche Marktstärke in der Breite sieht anders aus.
So lange dieser Index angeschlagen bleibt, lässt sich nicht ausschließen, dass es eventuall sogar noch einen korrekturtechnischen "Nachschlag" geben könnte.
Zur Erinnerung: Der NYSE BPI wird berechnet, indem alle an der New Yorker Börse gelisteten Aktien betrachtet werden und ausgewertet wird, welche dieser Aktien sich auf einem Point & Figure Kaufsignal befinden. Diese Anzahl wird durch die Gesamtzahl der an der NYSE gelisteten Aktien dividiert. Um einen anschaulicheren Indexwert zu erhalten, multipliziert man anschließend das Ergebnis nochmals mit 100.
Wenn nun eine größere Anzahl an Aktien von einem Point & Figure Kaufsignal in ein Point & Figure Verkaufsignal wechseln, so lässt sich daraus folgern, dass in einem gewissen Umfang Kapital aus dem Markt gezogen wird.
Damit bleibt natürlich noch die Frage, ab wann ein derartiger Mittelabzug relevant ist, denn man möchte ja als Anleger sich nicht bei jedem kleineren Mittelabzug die Frage stellen, wie ernst dies nun zu nehmen ist (oder auch nicht). Historisch bewährt hat sich hier die Schwelle von 3 Boxen. Wenn also der Index über 3 Boxen fällt, findet ein Wechsel in eine O-Spalte statt.
Eine besondere Bedeutung kommt hierbei einem Wechsel in eine O-Spalte zu, wenn dieser aus einer X-Spalte von über 70 auf unter 70 erfolgt bzw. wenn der Index von oben kommend das 70er-Level unterschreitet, denn spätestens ab hier kann sich der Gesamtmarkt (gemessen an den Leitindizes) dem Abwärtssog in der Regel kaum noch entziehen.
Ich traue der Situation noch nicht vollständig
Wer mutig ist, kann natürlich über kleinere Zukäufe nachdenken und auf einen weiteren Kursanstieg an den Märkten setzen. Angesichts der allerdings durchaus noch vorhandenen, bärischen Anzeichen wäre ich mit größeren Positionen noch etwas vorsichtig, denn letztendlich bedeutet der NYSE BPI auf dem aktuellen Level, dass wenn Überraschungen an den Märkten eintreten, diese mit einem hohen Risiko nach unten und nicht nach oben sind.
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