Kurssturz Dax
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 25. Mai 2010, 18:00 Uhr
ENL5454
aufgrund der aktuellen Kurs-Brisanz nehmen wir uns heute noch einmal den Dax vor; diesmal aus etwas längerfristiger Sicht im Wochenchart. Kurz vorweg:
Bewertung des Kurssturz
Die momentane Herausforderung liegt darin, den aktuellen Kurssturz richtig zu bewerten. Die meisten Medien (Intenet, Tageszeitung, Magazine...) machen uns diese Herausforderung nicht unbedingt leichter. Mit jedem Abwärtstag werden Begründungen gefunden, weshalb genau an diesem Tag die Kurse nachgaben (oft hören wir hier, dass sich die Ängste um die Euro-Zone vergrößerten... nur schade, dass die Medien hier nicht mehr den Ölpreis als „Sündenbock" haben, der fällt nämlich parallel zu den Aktienkursen...).
Sollte die Kurse dagegen steigen, werden die abflauenden Schulden-Krisen als Impulsgeber herangezogen... So gesehen, machen sich die Mainstream-Medien das Leben natürlich leicht. Angst verkauft sich besser als Ratlosigkeit und (Zweck-)Optimismus besser als eine Einschätzung.
Unterm Strich müssen aber die Anleger (also Sie) entscheiden, ob jetzt der günstige Zeitpunkt zum (Wieder-)Einstieg gekommen sei, oder ob noch „Abwarten" angesagt ist. Einen Schritt beiseite zu treten und einen Blick auf den längerfristigen Wochenchart zu wagen, ist - gerade aktuell - sicherlich nicht verkehrt.
Dax Wochenchart
Sicherlich, die Abwärtstendenz der letzten Tage ist beängstigend. Wenn Sie aber das schwarz gestrichelte Rechteck im Chart betrachten, wird deutlich, dass die aktuelle Phase NOCH als Bestandteil des seit Juli 2009 bestehenden Seitwärtstrends (mit leichtem Aufwärts-Charakter) betrachtet werden kann.
Wie Sie im Chart erkennen, habe ich dieses Rechteck kopiert und über weitere vergleichbare Seitwärts-Phasen in der Vergangenheit gelegt. Nach Ausbruch aus diesen Phasen ist jedes Mal etwas „Extremes" passiert
Nach dem schwarzen Rechteck (1999) folgte die Endphase der Technologie-Euphorie. Das war die Zeit, in der Ihnen jeder Taxi-Fahrer gute Börsentipps geben könnte...
Nach dem roten Rechteck (inklusive ausgeklammerten 09/11-Terror-Crash) folgte eine 2002 extreme Abwärtsfahrt. Die Gewinne aus der Technologie-Hype (und der Telekomania) wurden egalisiert.
Und nach der Seitwärtsphase 2004 (grünes Rechteck) gab es einen gewaltigen Rückschlag der Bullen - getrieben durch die Wall Street, die wiederum durch den auf Pump gelebten Konsum nach oben gedrückt wurde. Und der Pump wiederum entstand durch steigende Immobilienpreise und die mithin geschaffenen Finanz-Produkte (welche die Verkäufer wohl selbst nicht ganz verstanden). Das Ende vom Lied kennen wir zu Genüge und spüren es mit der Wirtschaftskrise aktuell umso heftiger.
ADX auf Wochenbasis: Trendlos
Im unteren Teil habe ich Ihnen den ADX eingeblendet. Dieser Indikator deutet auf die Trend-Stärke hin (NICHT die Richtung). Werte unter 20 zeigen eine trendiose Phase an, aktuell notiert der ADX bei etwas über 16.
Zugegeben: Auf Wochenbasis (also wie im oberen Chart) reagiert der ADX etwas schwerfällig. Als Hinweisgeber für mittelfristige Anlagen ist der ADX jedoch recht brauchbar. Sollte der ADX weiter steigen, wird damit der aktuelle kurzfristige Trend bestätigt... und der ist abwärts.
Tom Firley
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Metzger (25.05. 2010 20:59 Uhr):
Lieber Herr Firley, Sie schliessen Ihren Beitrag mit dem ADX: "Sollte der ADX weiter steigen, wird damit der aktuelle kurzfristige Trend bestätigt... und der ist abwärts"; jedoch gleicht das aktuelle Rechteck (z.Zt. noch) dem grünen bzw. schwarzen Rechteck, d.h. es befindet sich überhalb des gleitenden Durchschnitts (GD52), im Gegensatz zu dem roten Rechteck, das sich unterhalb des GD52 befindet und einem weiteren (drastischen) Kursverfall vorausging. Das schwarze bzw. rote Rechteck hingegen ging jedoch einem (drastischen) Kursanstieg voraus. Könnte dieser Sachverhalt nicht eher richtungsweisend sein als der ADX, oder hat dies Ihrer Erfahrung nach keine Bedeutung? Viele Grüße, S. Metzger
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