Kursfeuerwerk nach Wahl in Indien
Volkmar Michler in Profit Radar zum Thema Global Anlegen
vom 22. Mai 2009, 19:00 Uhr
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Indien hat gewählt. Bei über 700 Mio. Wahlberechtigten - im Vergleich gehen bei der Europa-Wahl 375 Mio. Menschen an die Urnen - geht das nicht innerhalb eines Tages. Und normalerweise verläuft eine Wahl in Indien auch nicht ruhig. Bei rund 50 Toten spricht man aber eher von einer ruhig verlaufenen Wahl.
Dafür herrscht jetzt an der Börse Indiens Partylaune wie schon lange nicht mehr. Der indische Leitindex, der BSE Sensex schnellte um mehr als 17% nach oben. Teilweise waren die Ausschläge so heftig, dass der Handel ausgesetzt werden musste.
Der Grund: Die Kongresspartei unter Premierminister Manmohan Singh hat einen überwältigenden Sieg errungen. Die Kongresspartei war bisher schon die stärkste Partei im indischen Parlament, hatte aber nicht die absolute Mehrheit. Vielmehr war die für Reformen bekannte unternehmerfreundliche Partei auf die mitregierenden Kommunisten angewiesen. Manche auch die Börsen betreffenden Reformen wurden deshalb blockiert oder verzögert. Zum Beispiel Regeln über die Beteiligung ausländischer Firmen an börsennotierten indischen Unternehmen. Beschränkungen in dieser Hinsicht sind normalerweise Gift für die Börse.
Das wird jetzt anders. Die Kongresspartei kann jetzt ohne Kommunisten regieren. In der Metropole Mumbai wurde das wie ein Befreiungsschlag gefeiert. Denn die Kongresspartei gilt als Garant für Stabilität und Kontinuität. Erwartet wird jetzt erwartet, dass die Kongresspartei für mehr Stabilität und Kontinuität sorgt. William Nobrega, der Mitautor des Bestsellers "Riding the Indian Tiger" geht sogar noch einen Schritt weiter: "Das Wahlergebnis ändert das Spiel von Grund auf. Es kann das Land ein schnelleres Wachstum ermöglichen"