Kursbuchwertverhältnis: Alternative zum KGV
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 27. Januar 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
fast jeder Anleger dürfte heutzutage das Kursgewinnverhältnis (KGV) kennen. Viele Akteure am Finanzmarkt benutzen dieses, um festzustellen, ob eine Aktie günstig oder teuer zu kaufen ist.
Ist diese Größe jedoch auch in Zeiten eines schnellen wirtschaftlichen Abstiegs, wie wir ihn momentan sehen, aussagekräftig?
Zwei fundamentale Schwächen des KGVs in der momentanen weltweiten Krisensituation sind aus meiner Sicht:
- Die vergangenen Ergebnisse eines Unternehmens sind angesichts sich schnell verschlechternder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen oft kaum aussagekräftig. Mag es vor ein paar Monaten für eine Firma noch einfacher gewesen sein, Gewinne zu erwirtschaften, so können rapide eintretende Entwicklungen im Zuge der weltweiten Finanzkrise schnell für negative Überraschungen sorgen.
- Prognostizierte bzw. in die Zukunft projizierte KGVs stützen sich immer auf Analystenmeinungen. Wie gut die meisten Analysten sind schildert Herr Basenese ja bereits treffend in seinem Artikel...
Das Kursbuchwertverhältnis (KBV)
Das Kursbuchwertverhältnis ist eine Kennzahl, die eingesetzt wird, um zu beurteilen, ob Aktien eines Unternehmens günstig oder eher teuer zu kaufen sind. Man spricht von einem günstigen KBV, wenn dieses kleiner als eins ist. In anderen Worten: Das Eigenkapital ist größer als die Marktkapitalisierung. In diesem Fall zahlt der Käufer weniger als das Nettovermögen (d.h. Aktiva-Verbindlichkeiten) wert ist.
Hierbei sollten Sie jedoch als Vorsichtsmaßnahme beachten, dass ein möglicher Grund für eine derart niedrige Bewertung die Erwartung höherer Anlaufverluste sein kann, welche stark dem Vermögen des Unternehmens zusetzen werden.
Gleichzeitig heißt eine Bewertung über eins auch nicht zwangsläufig, dass ein Unternehmen zu teuer ist, denn der Wert ist ja letztlich davon abhängig, wie viel man in Zukunft wird erwirtschaften können.
Mathematisch gesehen lässt sich das KBV wie folgt berechnen:
KBV = Marktkapitalisierung / Eigenkapital
Beste Grüße
Alexander Hahn