Kurs der Notenbanken setzt USD weiter unter Druck!m
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 6. Oktober 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Die Bank of Japan schreitet munter voran mit ihrer lockeren Geldpolitik und scheint damit eine Beispielfunktion für andere Notenbanken zu bieten. Ein Umfeld, das weiterhin die US-Währung unter Druck setzt.
Bank of Japan in der Vorreiterrolle?
Man sollte es fast nicht für möglich halten, aber die japanische Notenbank hat es tatsächlich geschafft ihr sowieso seit längerem extrem niedriges Zinsniveau noch weiter abzusenken. Der Leitzinssatz wurde von 0,1% im Grunde auf 0 gesenkt.
Und das ist noch nicht alles, die Notenbank will auch ihre Bilanz aufblähen. Zunächst einmal plant die Bank of Japan japanische Staatsanleihen und andere Assets im Wert von 5 Billionen JPY (etwa 60 Milliarden US-Dollar) zu kaufen.
Ob man dieses Vorgehen gut heißen mag oder nicht, darf jeder für sich selbst entscheiden, doch der springende Punkt ist, die japanische Notenbank scheint mittlerweile eine Art Vorreiterrolle für andere Notenbanken inne zu haben, oder anders gesagt, die Bank of Japan ist wohl nur die erste in einer ganzen Reihe an Notenbanken weltweit, die sich nun ebenfalls auf eine stärkere Lockerung ihrer Geldpolitik, oder zumindest keine Fortsetzung der beginnenden Einengung der Geldpolitik einlassen.
FED und BoE könnten dem Beispiel Japans bald folgen
Von Seiten der FED wurde bereits signalisiert, man werde möglicherweise bald weitere Staatsanleihen aufkaufen. Bei der Bank of England ist man sich zwar noch uneinig, doch auch hier fordern Stimmen deutlich weitere Anleihenkäufe.
Die Angst vor einem deutlichen Wachstumseinbruch ist offenbar stärker als die Angst vor einer künftig steigenden Inflation.
Andere Notenbanken warten erst einmal ab
Andere Notenbanken, die früher als ihre Pendants dazu übergegangen waren, nach der Krise die ungewöhnlichen Lockerungsmaßnahmen wieder schrittweise zurückzuführen, oder die mittlerweile bereits wieder das Zinsniveau angehoben haben, wie die australische oder die kanadische Notenbank sind mittlerweile vorsichtig geworden. Weitere Leitzinssatzanhebungen sind erst einmal verschoben worden.
Und auch die EZB wird wohl Anti-Lockerungsmaßnahmen erst einmal hinten anstellen müssen. Weitere Staatsanleihenkäufe von unter Druck geratenen europäischen Staaten stehen ebenso auf dem Programm.
Alles in allem schaffen die Notenbanken ein Umfeld, welches insbesondere für die Edelmetalle aber auch andere "echte" Vermögenswerte hervorragend ist. Kein Wunder, dass der Goldpreis ein Allzeithoch nach dem anderen jagt. Doch das Umfeld bewirkt noch etwas anderes: deutlichen Druck auf die US-Währung.
EUR/USD der gestern die 1,38er-Marke durchbrechen konnte, ist mittlerweile auf über 1,3850 gestiegen und notierte in der Spitze bei 1,3879. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3837. Als nächste Widerstandhürde steht nun die 1,3895/1,3900 auf dem Spiel. Wird diese Hürde genommen, besteht weiteres Aufwärtspotenzial bis in den Bereich um 1,4059. Unterstützungen ergeben sich bei 1,3800, 1,3700 und 1,3630.
Quelle: CFX-Trader
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