Kupfer und Nickel - wenns mal wieder tiefer geht
Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Kupfer als Geldanlage
vom 05. Juli 2007 07:30 Uhr
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Auch wenn die Industriemetalle nicht „edel“ sind ... spannend ist es auch hier allemal. Zunächst zum Kupfer. Das Darling des Jahres 2006 hatte ja, nachdem der Kurs von 8.800 auf 5.200 Dollar eingebrochen war, eine glänzendes Comeback gezeigt. Doch die im Februar gestartete Rallye versickerte unterhalb der 2006er-Hochs ... und immerhin nach einem Anstieg von 57% oder 3.000 Dollar in drei Monaten.
Kupfer: Ein wackelig wirkender Kursanstieg
Im Prinzip war es also mehr als angebracht, dass der Kurs konsolidierte. Charttechnisch einwandfrei wurde dieser Rücksetzer zuletzt in der Auffangzone 7.050 bis 7.300 Dollar pro Tonne aufgefangen. Soweit die Vergangenheit – aber wie geht es weiter? Das Problem:
Grundsätzlich sind Metalle wir Kupfer oder Nickel, das wir uns gleich ansehen, einfach knapp. Gerade China braucht Metalle so sehr, dass man eher einen Zahnarzttermin bekommt als eine Tonne Stahl. Nur:
Wo liegt ein daraus ablesbarer „fairer“ Marktpreis? An den Börsen sind diese fundamentalen Hintergründe natürlich entscheidende Elemente – aber sie entscheiden nicht alleine. Das Trading spielt eine sehr große Rolle ... und das kann auch dazu führen, dass sich die Kurse eben nicht parallel zur Angebot/Nachfrage-Situation am Spotmarkt entwickeln ... und das auch mal über nennenswerte Zeit.
... und mehrere charttechnische Optionen
Das bedeutet: Es kann beim Kupfer durchaus wieder nach unten gehen. Denn noch sieht die Ende Mai gestartete Aufwärtsbewegung mehr wie eine Flagge aus, die den ersten von mehreren Abwärtsimpulsen konsolidiert. Klarheit über die mittelfristige Trendrichtung wird es, fürchte ich, erst geben, wenn entweder die Mai-Tops bei 8.225 überboten wurden oder aber ein erneuter Abwärtsschub den Kurs unter 7.050 bringt.
Persönlich vermute ich angesichts dieses Charts, dass ein Mittelweg der wahrscheinlichste ist. D.h. zunächst einen zweiter Rücksetzer in die Zone 7.050/7.300, die dann eine solide Bodenbildung und somit einen tragfähigen Kursanstieg ermöglicht. Aber – um das unbedingt zu unterstreichen – das ist mein rein persönlicher Eindruck der Lage!
Nickel: wenn es mal wieder tiefer geht ...
Dass es auch mal etwas hurtiger nach unten gehen kann, zeigt uns der zweite Liebling der Spekulanten aus dem Vorjahr: Nickel.
Nickel ist ein typisches Beispiel dafür, was passieren kann, wenn alle denken, es geht nur bergauf – und was soll schon schief gehen. Auch hier – wie zuletzt beim Beispiel Devisenmarkt – gilt: Ähnlichkeiten dieser Erfahrungen mit zukünftigen Ereignissen am Aktienmarkt sollte man besser mal nicht so einfach ausschließen!
Nickel brach derart massiv und binnen kurzer Zeit ein, dass ich hier das sonst streng vermiedene Wort Crash sogar unterstreichen würde. Von 54.000 auf 35.850 Dollar pro Tonne: -34% in gut einem Monat, das ist ein Wort.
Und auch hier gilt natürlich: Es wurde nicht kürzlich ein Ersatz für Kupfer entdeckt und das Metall so unwichtig – das ist einfach die unfein riechende Luft, die aus einer spekulativen Blase entweicht. Das ergeht jeder Blase so ... nur Niveau und Zeitpunkt kann man halt nie vorhersehen.
Stellt sich indes die Frage: Wo ist dieser Absturz zuende? Der 2006er-Aufwärtstrend wurde ungebremst durchschlagen, 20- und 200 Tage-Durchschnitt stehen kurz vor einer Überkreuzung, eine Bodenbildung ist nicht ersichtlich. Aber:
In der Zone 34.500 zu 35.300 haben wir eine Unterstützungszone aus dem 2. Halbjahr 2006. Die dürfte nicht ausreichen um zu ermöglichen, dass der Kurs bei dieser Abwärtsdynamik auf dem Absatz kehrt macht – aber zumindest eine Bodenbildung wäre möglich. Gleich beim ersten Test spekulativ einzusteigen wäre aber, so meine ich, noch klar zu riskant. Bodenbildung abwarten!
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag – bis morgen!
Ronald Gehrt
The Daily Observer

