Kupfer: pessimistischer geht’s bald nicht mehr...
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Kupfer als Geldanlage
vom 17. Oktober 2011, 20:30 Uhr
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Industriemetalle
Auch Kupfer konnte sich in der vergangenen Woche, trotz hoher Schwankungsbreite, weiter erholen und handelte heute Morgen in der Spitze noch bei 3,46 US-Dollar pro Pfund (Dezember), bevor es dann heute wieder nach unten ging.
Konjunkturmetall Kupfer, als Vorläufer der konjunkturellen Erwartungen, fällt und steigt derzeit natürlich besonders stark mit der Stimmung. Diese wird aber natürlich nicht nur durch die Eurozonen-Krise bestimmt, sondern auch anhand der Daten aus China.
So wurde letzte Woche aus China ein Rückgang des Handelsbilanzüberschusses im September von 17,8 Milliarden USD im Vormonat auf 14,5 Milliarden USD gemeldet. Die Exporte stiegen um 17,5% nach +24,5% im August. Diese Daten schüren dann wieder die Sorgen in Bezug auf ein rückläufiges Wachstum in China, was wiederum die Sorgen in Bezug auf die Kupfer-Nachfrageentwicklung anheizt.
Aktuell notiert Kupfer zur Lieferung im Dezember bei 3,35 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
Ausblick Industriemetalle
Wenn sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen sollte und Teile der OECD-Staaten in eine Rezession abrutschen, dann wird natürlich auch die chinesische Wirtschaft einen Wachstumsdämpfer erhalten. Dennoch halte ich die aktuelle Besorgnis bezüglich des China-Wachstums für übertrieben. Schließlich und schlussendlich ist es auch Pekings erklärtes Ziel die Exportabhängigkeit zu senken und stattdessen den Binnenmarkt massiv zu stärken. Abgesehen davon zeigen die letzten Importdaten aus China vom September einen deutlichen Anstieg der Kupferimporte um 11,8% gegenüber dem Vormonat auf 380.526 Tonnen - wie erwartet wurde hier also das deutlich günstige Preisniveau zum Kauf genutzt.
Dementsprechend gehe ich davon aus, dass sich die chinesische Nachfrage auch weiterhin als zuverlässig erweisen dürfte. Ebenso im Übrigen wie die ewigen Probleme auf der Angebotsseite, namentlich die ständigen Streiks in den südamerikanischen und nun auch afrikanischen Minen.
Abgesehen davon zeigt der extreme Pessimismus der Spekulanten (deren Netto-Short-Position ist in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit 2009 gestiegen), dass hier wohl kaum noch viel mehr Raum für weiteren Pessimismus bestehen dürfte. Somit dürften die Preise auf dem aktuellen Niveau bald wieder Unterstützung finden, bzw., natürlich abhängig von der Stimmung, zumindest einem extremen Preisrückgang entgegen stehen.
Agrarrohstoffe
Die Maispreise haben sich in der vergangenen Woche, wie erwartet, erholt. Der Dezember-Kontrakt konnte am vergangenen Dienstag sogar vom Tief bei 6,01 USD bis auf 6,55 USD im Hoch am Mittwoch steigen.
Grund: auch die Chinesen haben den Preisrückgang nach dem massiven Abverkauf im September offenbar genau so wie ich, für übertrieben gehalten und nutzen das günstige Preisniveau zum Kauf. So hatte das USDA letzte Woche schließlich bekannt gegeben, dass US-Exporteure in der Woche zuvor rund 900.000 Tonnen Mais an China verkauft haben. Damit dürften auch die aktuellen USDA-Schätzungen, denen zufolge China in diesem Erntejahr lediglich 2 Millionen Tonnen Mais importieren würde, hinfällig werden. Zwar erweist sich die chinesische Ernte in diesem Jahr wohl besser als im Vorjahr, aber die Nachfrageentwicklung zeigt sich offenbar noch dynamischer.
Aktuell notiert Mais zur Lieferung im Dezember bei 6,38 US-Dollar pro Scheffel an der COMEX. (und auch heute nur wenig beeindruckt vom Abverkauf an den übrigen Märkten)
Ausblick Agrarrohstoffe
Die Maispreise dürften weiterhin gute Unterstützung finden, vom aktuellen Preisniveau aus betrachtet.
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute und freue mich, wenn wir uns morgen zum erneuten "die-Politik-mit-Galgenhumor-nehmen" wiederlesen...bis morgen und liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
Zum ersten Teil von: Nach dem Optimismus kommt immer die Realität!