Kupfer erreicht die 4 USD-Marke im Spotmarkt
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Kupfer als Geldanlage
vom 07. April 2008 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
und immer noch sind sie da! Die Spekulanten und Anleger, Hedge-Fonds und Investoren, die Absicherer und Preistreiber. Schon haben die Spekulanten wieder begonnen ihre Netto-Long-Positionen auf WTI wieder langsam aufzustocken. Bedeutet weiterhin hohe Rohölpreise, ungeachtet der fundamentalen Ausgangslage. Das heißt ungeachtet hoher Lagerbestände und schwacher Nachfrage in den USA. Aber nun gut, das kennen wir ja und der Markt hat natürlich auch immer Recht, egal wann er was tut!
Auch bei Kupfer ist es wieder so weit, nach den Gewinnmitnahmen zum Ende des Quartals. Fonds die ihre Gewinne immer quartalsweise ausweisen, nehmen dann eben gerne ein paar gute Gewinne mit. Danach kann man ja wieder einsteigen!
Die Netto-Long-Positionen für Kupfer, sind gemäß der CFTC-Daten gegenüber der Vorwoche um 27 % gestiegen.
Banken heben Preisprognose an
Natürlich ist die Kupfer-Nachfrage aus China weiterhin intakt. China hört nicht einfach auf weiterhin in seine Infrastruktur zu investieren, nur weil die USA sich nicht entscheiden kann ob sie nun in einer Rezession ist oder nicht.
Aber die Art und Weise, die der Markt nutzt um mit positiven Nachrichten die Preise zu unterstützen, während er negative Nachrichten teilweise gänzlich ausblendet ist schon faszinierend.
Heute gab die Citigroup bekannt, man habe die Prognose für die durchschnittlichen Kupferpreise in 2008 um 15 % nach oben korrigiert, auf 3,56 USD pro Pfund. Der Grund: Chinas stabile Nachfrage. Auch Goldman Sachs hat seine Preisziele angehoben.
Reaktion des Marktes: Ein Gefühl von „Juhuuu, ich habs gewusst“ und „Kaufen“.
Marktteilnehmer blenden negative Faktoren aus
Dabei befinden wir uns eigentlich nicht in einem strukturell engen Markt. Sicher die Nachfrage ist hoch. Auch aus dem internationalen Energiesektor. Und Chinas Nachfrage wächst. Im vergangenen Jahr befand sich der Kupfermarkt laut ICSG in einem Angebotsdefizit in Höhe von 42.000 Tonnen, nach dem massiven Überschuss in Höhe von 287.000 Tonnen im Jahr 2006. Als treuer Daily-Leser wissen Sie ja sicher, dass ich Kupfer im vergangenen Jahr zu Recht sehr favorisiert habe. Das tue ich langfristig noch immer.
Doch was mir zu denken gibt, ist die gegenwärtige Ausblendung, solcher Faktoren wie der US-Rezession, oder auch die nach dem massiven Aufbau der Lagerbestände in Shanghai bis zum chinesischen Neujahrsfest sinkende Kupferimportrate. Diese sind im Februar um 5 % gefallen, gegenüber dem Vormonat. Im Januar hatten die chinesischen Importeure massiv Kupfer gekauft, da die inländischen Preise über dem Weltmarktpreis lagen. Da die Importe über dem direkten Bedarf lagen, ist das nachfolgende Absinken der chinesischen Inlandspreise und auch der Anstieg der Lagerbestände in Shanghai nicht so wirklich verwunderlich.
Und auch die LME verzeichnet bereits den vierten Tag in Folge einen Anstieg der Lagerbestände auf gegenwärtig 116.150 Tonnen. Seit Januar sind die Lagerbestände an der LME zwar um mehr als 40% gesunken, doch der Großteil davon geht wohl auf die Chinesen zurück. Schon im Januar munkelte man, von einer schieren Umlagerung der LME- auf die Shanghai-Bestände.
Nun gut, ich lerne ja gegenwärtig, dass es egal ist, was die fundamentalen Daten sagen bis der Markt sich anders entscheidet. :-)