Kupfer erreicht 11-Monats-Hoch
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Kupfer als Geldanlage
vom 28. August 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Die vergangene Woche stand ein weiteres Mal unter dem Eindruck eines deutlichen Konjunkturoptimismus. Insbesondere die neusten Wirtschaftsdaten aus Deutschland wussten zur positiven Stimmung beizutragen.
Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag bekannt gegeben hatte, ist die deutsche Wirtschaft im letzten Quartal zum ersten Mal, nachdem 4 Quartale in Folge ein Rückgang ausgewiesen wurde, gewachsen. So stieg die Wirtschaftsleistung um 0,3% gegenüber dem Vorquartal, wo noch ein Rückgang um 3,5% gemessen wurde.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung bestätigte am Freitag die positive Stimmung. Das DIW teilte mit, für das dritte Quartal werde ein weiteres BIP-Wachstum um 0,8% gegenüber dem Vorquartal signalisiert.
Die Ergebnisse des Müncher Ifo-Insituts zum Geschäftsklimaindex unterstrichen am Mittwoch ebenfalls die Stimmung. Wie das Institut berichtet verzeichnet der Index für August einen Anstieg um 3,1 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 90,5 Punkte. Dies entspricht dem fünften Anstieg in Folge.
Aus den USA zeigen sich die aktuellen Daten dagegen eher gemischt: während das Wirtschaftsforschungsinstitut des Conference Board für August einen deutlichen Anstieg des Verbrauchervertrauens verzeichnet, verzeichnet die University of Michigan dagegen einen weiteren Rückgang des Verbrauchervertrauens. In den USA sind zwar die Auftragseingänge für langlebige Güter im Juli stärker als erwartet gestiegen, doch das US-Handelsministerium schätzt für das 2.Quartal einen BIP-Rückgang um 1% gegenüber dem Vorquartal. Damit zeigt sich die Wirtschaftsleistung der USA das 4. Quartal in Folge rückläufig.
Wie das US-Handelsministerium am Freitag ebenfalls bekannt gab verharrten die persönlichen Einkommen auf dem Vormonatsniveau, wohingegen die Konsumausgaben im Juli um 0,2% gegenüber dem Vormonat angestiegen sind. Das Ergebnis zeigt sich damit leicht enttäuschend, denn zuvor wurde ein Anstieg der Einkommen prognostiziert.
Dagegen erbrachten die neusten Wirtschaftsdaten aus Japan keine große Veränderung. Nach wie vor zeigt Japans Wirtschaft eine relativ solide Erholung im Produktionssektor, dafür allerdings nach wie vor einen schleppenden Privatkonsum, einen sich verschlechternden Arbeitsmarkt und einen wachsenden deflationären Druck. Japans Verbraucherpreise weisen für Juli einen weiteren Rekordrückgang um 2,2% auf, während die Arbeitslosenrate im Juli auf 5,7 % gestiegen ist.
Während der chinesische Shanghai Composite Index erneut einen Wochenverlust von aktuell 1,5% verbuchen musste (da nach wie vor Bedenken bestehen, dass die Erwartungen in die begonnene Erholung zu hoch geschraubt sind), legten die internationalen Leitindizes weiter zu. Der DAX verbuchte im Wochenvergleich ein Plus von 3,92%, der Nikkei legte im Wochenvergleich um 2,89% zu (unterstützende wirkten sich hier die anstehenden Unterhauswahlen mit der Prognose auf einen Regierungswechsel aus) und der Dow Jones notiert aktuell mit Plus 0,61% gegenüber der Vorwoche.
EUR/USD konnte unter der Vorgabe der positiven Daten aus Deutschland weiter zulegen und erreichte am Freitag die 1,4385. Aktuell notiert das Währungspaar bei 1,4347.
Energie
Konjunkturoptimismus, steigende Aktienmärkte und ein schwächerer US-Dollar sorgten auch in dieser Woche wieder für steigende Rohölnotierungen.
Gestern konnte WTI um 3 US-Dollar von unter 70 USD bis auf über 73 USD steigen.
Aktuell notiert WTI zur Lieferung im Oktober bei 73,04 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Oktober notiert aktuell bei 73,01 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Unterstützend wirkten zudem die neusten Prognosen von Oil Movements. Das Beratungsunternehmen geht davon aus, dass die OPEC-Exporte in den 4 Wochen bis zum 12.September um 140.000 Barrel rückläufig sein dürften.
Auch für die russischen Ölexporte wird für September ein Rückgang um 6% gegenüber dem Vormonat auf 2,65 Millionen Barrel pro Tag geschätzt.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis begann die Woche schwächer und bewegte sich zunächst in einer Range zwischen 940 und 950 US-Dollar pro Feinunze.
Am Freitag allerdings konnte der Goldpreis deutlich zulegen mit Unterstützung durch den starken Ölpreisanstieg (was wiederum an Inflation denken lässt) und einen schwächeren US-Dollar.
So erreichte der Goldpreis zwischenzeitlich die 960 US-Dollar-Marke, war aber nicht im Stande diese zu halten.
Aktuell notiert Gold im Spotmarkt bei 956,70 US-Dollar pro Feinunze in New York.
Der London Gold Fix PM wurde heute bei 955,50 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Die Industriemetallpreise finden im Umfeld des starken Konjunkturoptimismus, steigender Ölpreise und Aktienmärkte, sowie eines schwächeren US-Dollars weiterhin deutliche Unterstützung.
Insbesondere die hoffnungsvollen Wirtschaftsdaten aus Europa und den USA beflügeln hier die Fantasie.
Konjunkturmetall Kupfer erreichte in der Folge heute den höchsten Preis seit 11 Monaten. So notierte Kupfer heute zwischenzeitlich bei 2,98 US-Dollar pro Pfund an der COMEX - das entspricht der höchsten Notierung seit dem 26.September letzten Jahres.
Aktuell notiert Kupfer bei 2,94 US-Dollar pro Pfund im Spotmarkt.