Kupfer – ein historischer Überblick
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Kupfer als Geldanlage
vom 30. März 2011, 20:30 Uhr
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Kupfer ist, wenn es um die Verwendung durch den Menschen geht, eines der ältesten Metalle überhaupt. Archäologische Grabungen haben gezeigt, dass das Metall bereits vor mehr als 10.000 Jahren von Menschen im westlichen asiatischen Raum zur Herstellung von Münzen und Ornamenten genutzt wurde. Die ältesten Funde sind Kupfer-Schmuckplättchen, die im heutigen Anatolien gefunden wurden.
Kupferzeit
Die Kupferzeit, oder das Chalkolithikum bezeichnet den Zeitraum zwischen 5.000 und 3.000 v.Chr. Damals lernten die alten Kulturen nachweislich Kupfer zu extrahieren und zur Herstellung verschiedener Gegenstände zu nutzen.
Aus dieser Zeit stammt auch "Ötzi", die etwa 5.300 Jahre alte Gletschermumie aus den Ötztaler Alpen in Südtirol. Der Mann, der also etwa um 3.300 v.Chr. gelebt haben dürfte ist wohl das bekannteste Beispiel aus der Kupferzeit und trug bereits ein gegossenes Kupferbeil bei sich.
Bronzezeit
Auf die Kupfersteinzeit (oder Kupferzeit) folgte schließlich die heute so genannten Bronzezeit, deren Beginn man heute auf etwa 2.500 v.Chr. datiert. Etwa um diesen Zeitpunkt herum, muss die Menschheit die bahnbrechende Entdeckung gemacht haben, Kupfer mit Anteilen anderer Metalle zu einer Bronze-Legierung umzuwandeln.
Zwar kennen wir heute unter dem Begriff Bronze nur noch die Kupfer-Zinn-Legierung, doch in früherer Zeit wurde Kupfer auch mit Anteilen von Blei zu Bronze legiert.
Das besondere an der Bronze: sie ist wesentlich härter und widerstandfähiger als das reine Kupfer.
Kupfer wurde damals auch in Ägypten zur Bekämpfung von Infektionen und zum Abtöten von Keimen im Wasser verwendet.
Vermutlich die alten Griechen entdeckten damals die Kupfer-Legierung Messing. Messing wird aus einer Kupfer-Zink-Legierung hergestellt. Zumindest ist bekannt, dass Messing im antiken Griechenland und zur Zeit von Aristoteles (384-322 v.Chr.) bekannt war.
Der größte Produzent und Verbraucher von Kupfer in vorindustrieller Zeit war aber das Römische Reich. Heute schätzt man die Jahresproduktion des Römisches Reiches auf etwa 15.000 Tonnen. Nun wird auch deutlich, welch bahnbrechende Entdeckung die Bronze-Legierung bedeutete. Schließlich vermochte es die römische Armee, mit den technisch überlegenen Bronzeschwertern und -Schilden ausgerüstet, halb Europa unter seine Kontrolle zu bringen.
Der Großteil des damals in Europa verwendeten Kupfers stammte übrigens aus Zypern. Die Zyprioten belieferten nicht nur die Römer, sondern auch die Griechen und die Phönizier und die damalige "Kupferkammer" Zypern gab dem Kupfer schließlich auch seinen Namen. Der Name Kupfer geht auf den alten lateinischen Namen für das Metall zurück, Cyprium, was so viel bedeutet wie "Metall aus Zypern".
(Und nebenbei erklärt der Kupferreichtum der Insel auch das Interesse Roms an Zypern. Bevor Zypern um etwa 30 v.Chr. endgültig Teil des römischen Reiches wurde, gehörte die Insel nämlich zum ptolemäischen Reich. Zuvor hatte Ptolemaios XI. den Römern die Insel um etwa 80 v.Chr. zwar zum Geschenk gemacht, doch die junge Kleopatra verstand es später, sich die Insel von Julius Cäsar und schließlich noch einmal von Marc Anton zurück schenken zu lassen. Ein Geschenk, dass in Rom allerdings nicht gerne gesehen wurde. Nach dem schlussendlichen Sieg Octavians über Marc Anton und Kleopatra wurde die Insel schließlich endgültig ins Römische Reich eingegliedert.)
Doch nicht nur in Europa kannte man Kupfer. Auch die alten Völker aus der präkolumbischen Epoche (Maya, Azteken und Inkas) kannten und förderten Kupfer, neben Gold und Silber. Damals wurde zum Beispiel eine Gold-Kupfer-Legierung namens Tumbaga sehr häufig verwendet (beispielsweise für die Herstellung der als Tumi bezeichneten Ritualmesser).
Mittelalter
Während Europa in Fortschrittsdingen im Mittelalter eher einen Schritt zurück tat, blühte dagegen die Nutzung von Kupfer und Bronze in China, Indien und Japan.
Industrielle Revolution
Schließlich kehrte mit dem Zeitalter der Aufklärung auch das technische Fortschrittsdenken nach Europa zurück. Entdeckungen zur Elektrizität und dem Magnetismus durch Wissenschaftler wie Ampère, Faraday und Ohm, brachten nicht nur völlig neue Verwendungsmöglichkeiten und steigenden Verbrauch für und von Kupfer mit sich...diese Verwendungsmöglichkeiten und der steigende Verbrauch von Kupfer, halfen auch die Industrielle Revolution erst richtig anzukurbeln und schoben das Kupfer schließlich in eine neue Ära der Bedeutung.
Heute
Heute ist Kupfer mit Abstand eines der wichtigsten (wenn nicht gar das wichtigste) Industriemetall und aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken. Und obwohl der Mensch bereits seit 10.000 Jahren Kupfer und seine Legierungen nutzt, werden nach wie vor weitere innovative Nutzungsmöglichkeiten für das Metall gefunden, wie zum Beispiel in der Halbleiterindustrie.
Kupfer ist ein Metall, das die Menschheit, aufgrund seiner Eigenschaften zu Recht, schon sehr lange begleitet und mit Sicherheit auch noch sehr lange begleiten wird.
Im 3.Teil geht's weiter mit der Energiedebatte...
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