Kuchen, Fähnchen und wie sinnvoll sind CFDs wirklich?

Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Derivate
vom


Vollmundig sind die Werbebotschaften in den Medien, wenn es um CFDs, Contracts for Difference, geht. Das Trader-Paradies, so scheint es, ist für online-affine Spekulanten Realität geworden, wenn es heißt, es würden keine Transaktionskosten berechnet. Und wer Kontrakte verkauft, also auf fallende Kurse spekuliert, der kann sogar noch Zinseinnahmen erzielen. Auch Guthabenzinsen auf das nicht für die Margin (Sicherheitsleistung) gebundene Kapital sind mittlerweile kein Tabu mehr und werden von einer zunehmenden Anzahl von Handelsplattformen angeboten. Aber wo liegt das Geschäft für die Bank, wenn keine Gebühren für das schnelle Geschäft mit den Devisen-, Aktien-, Rohstoff- und Zinskontrakten anfallen? Was ist für diese Onlinebanken tatsächlich zu verdienen, wenn selbst konservative Institute wie die Sparkassen in das Geschäft einsteigen, und worauf sollte der Kunde achten?


CFDs sind Over-the-Counter-Geschäfte (OTC)

Lassen Sie mich damit anfangen, Ihnen zu erläutern, dass es sich um einen OTC-Markt handelt. OTC steht für Over the Counter und bedeutet außerhalb der regulären Börse. Der Broker stellt Ihnen also Kurse, die sich am Basismarkt orientieren, aber eine Garantie für die Übereinstimmung gibt es nicht. Denn erstens können in der Onlinewelt Kursübermittlungen - auch in Realtime - durchaus bis zu einer Minute Zeitverzögerung haben und zweitens gibt es die Geld-Brief-Spanne, an der die Bank/der Broker verdient.

Wie sicher ist die Bank? Wer sein Geld bei einem deutschen Institut einzahlt, kann sich darauf verlassen, dass es für Privatanleger einen Einlagensicherungsfonds gibt.

Die Einlagen von Privatkunden sind in Deutschland zu 100 Prozent durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) bis zu einer Höhe von 100.000 Euro gesichert. Doch fast alle Banken, ob Sparkassen, öffentliche Banken oder Direktbanken, bieten durch freiwillige Sicherheitsmechanismen einen weit höheren Einlagenschutz als den gesetzlich vorgeschriebenen. Dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands der deutschen Banken (BdB) sind 180 Institute angeschlossen. Eine Liste der Mitglieder kann auf der Webseite www.bankenverband.de eingesehen werden. Da wir feststellen, dass immer mehr osteuropäische Onlinebanken nach Deutschland kommen, um den CFD- Markt zu entern, empfehlen wir dringend, vor einer Geschäftsverbindung die Frage nach der BdB-Mitgliedschaft zu klären. Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch, inwieweit eine Nachschusspflicht für Verlustpositionen ausgeschlossen ist, wenn die Sicherheitsleistung (Margin) aufgrund einer größeren Marktbewegung einmal nicht ausreicht.

Zum zweiten Teil von: OTC-Markt, welche Kosten fallen an und wie werden die Zinsen berechnet

Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben