Krugman sieht langes Siechtum für die US-Wirtschaft
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 7. Juli 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Wir haben uns ja gestern schon ein wenig damit beschäftigt, dass die USA trotz aller Mühen noch immer recht tief in der Klemme stecken. (Nun ist es ja nicht so, als hätte ich es nicht die ganze Zeit gesagt, aber lassen wir das...)
Die US-Wirtschaft schrumpft wohl wieder und der Arbeitsmarkt steckt eben noch immer tief in der Rezession - trotz einer, auf wundersame Weise, gesunkenen Arbeitslosenquote. Die Privatwirtschaft hat in den USA in diesem Jahr wohl etwa 0,5 Millionen Jobs geschaffen. Was sich jetzt nach viel anhören mag, ist im Grunde aber nur ein Tropfen auf den heißes Stein. Untersuchungen zufolge, müssten eigentlich jeden Monat 250.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, um mit dem Bevölkerungswachstum gleich zu ziehen.
Einige Ökonomen prognostizieren also für das aktuelle und das kommende Jahr ein schwächeres Wachstum.
Ganz anders Nobelpreisträger Paul Krugman...
Der Ökonom warnt mittlerweile vor Depression und Deflationsspirale, aber mindestens einer Wiederholung des japanischen Verlorenen Jahrzehnts, mit Rezession und Deflation.
Ein langes Siechtum stünde der US-Wirtschaft bevor, so Krugman, wenn nicht alles dafür getan würde, um dies zu verhindern.
Damit meint Krugman die Fortsetzung massivster staatlicher Stimulierungsprogramme....
Nun ja, ich schrieb ja gestern schon, dass es in US-Landen langsam spannend wird, wenn sich angesichts der bevorstehenden Wahlen die Geister scheiden. (ach ja, solche Probleme gibt's in China nicht...;-))
Das Interessante ist vor allem, dass (wie wir ja wissen) beide Seiten, also die Opposition, welche die Konjunkturprogramm-Müdigkeit der Leute für sich entdeckt hat, als auch die Wachstum-um-jeden-Preis-Befürworter der Regierung am Ende Recht oder Unrecht haben könnten.
Fahren die USA ihre keynesianische Politik zu stark zurück, könnte Krugman Recht behalten und die USA rutschen in etwas, dass keiner gerne sehen möchte. Setzen Sie ihre keynesianische Politik aber unbeirrt fort, ohne gleichzeitig das richtige Umfeld zu schaffen, dann könnte Krugmans Vision sich vielleicht trotzdem bewahrheiten, oder auch nicht. Bleibt dann noch die Frage ab welchem Zeitpunkt Staatsschulden einen Staat wie die USA auffressen können, oder auch nicht.
Dann sind da aber auch noch die Notenbanken, welche die Unternehmen und Banken mit billigem Geld versorgen - hier allen voran die FED, aber auch die EZB, und andere. Wenn die Zentralbanken hier am Ende gekonnt übers Ziel hinausschießen und sich eine unbestimmte Masse an Liquidität schließlich doch Bahn bricht, dann haben wir es am Ende eben doch wieder mit dem klassischen Effekt zu tun: der Inflation!
So long liebe Leser....es sind doch eigentlich wieder recht spannende Zeiten, finden Sie nicht?!...ab jetzt werden wir dann also langsam sehen, wie sich die Politik weltweit so schlägt und wer es am Ende besser gemacht haben wird, als der andere....doch Japans Verlorenes Jahrzehnt und die Inflation sind ja nur zwei Effekte, die sich aus keynesianischer Politik ergeben können...vergessen darf man auch die Stagflation nicht, mit der wir uns morgen beschäftigen werden...ich verabschiede mich nun für heute, denn das Spiel fängt gleich an...ich muss es ja eigentlich nicht extra sagen, aber nun gut: Deutschland - Spanien... wie auch immer es ausgehen mag, ich bin davon überzeugt, dass sich uns heute Abend ein weiterer Fußball-Genuss eröffnen wird....und natürlich hoffe ich auf unsere Elf im Finale....;-)...liebe Grüße, Viel Spaß beim Spiel und bis morgen....
Ihre Miriam Kraus
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