Kritische Situation beim Stahlkonzern Corus
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 14. März 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Der zweitgrößte europäische Stahlkonzern Corus hatte versucht, durch den Verkauf seiner Aluminiumsparte an den französischen Pechiney-Konzern, seine Finanzmisere zu entschärfen. Immerhin 860 Mio. Euro sollte der Verkauf einbringen. Doch das war nicht alles, an diesem Verkauf hing auch die Verlängerung einer Kreditlinie in Höhe von 1,2 Mrd. Pfund. Insgesamt hat der Konzern Verbindlichkeiten in Höhe von 2,1 Mrd. Pfund.
Ein Amsterdamer Gericht hat nun diesen Verkauf gestoppt. Hintergrund des Rechtsstreit war ein Streit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Es ging dabei darum, ob das Geld in England zur Tilgung der Schulden oder in den Niederlanden als Investition in niederländische Stahlwerke verwenden werden sollte.
Eine Zahlungsunfähigkeit des Konzern ist nun um ein Vielfaches wahrscheinlicher geworden. Wie man am Aktienkurs sehen kann, war das Vertrauen aber ohnehin nicht mehr vorhanden. Natürlich kein Kauf.