Krisenwinter?
Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 21. Mai 2008 07:30 Uhr
ENL5454
Liebe Leserin, lieber Leser!
Am gestrigen Dienstag ging die Rekordfahrt beim Ölpreis weiter. Zwischenzeitlich stieg der Preis fürs schwarze Gold auf mehr als 129 Dollar pro barrel an. Für Heizöl (Abnahme 3000 Liter) sind mittlerweile 0,90 Euro pro Liter fällig.
Winter der Entscheidung?
Sicherlich, Mitte Mai denken nur sehr wenige an den Winter 2008/2009. Dennoch werden weitsichtige Besitzer von konventionellen Öl- bzw. Gasheizungen schon jetzt voller Sorge auf die weitere Preisentwicklung achten. Selbst wenn die Notierungen auf dem aktuellen Niveau stehen bleiben oder leicht fallen, werden sehr viele Menschen auf einen warmen Winter hoffen. Gar nicht auszudenken, wenn der kommende Winter hart wird und der Ölpreis weiter haussiert. Von einer leichten Dollar-Erholung in Relation zum Euro ganz zu schweigen.
Spaltung der Gesellschaft
Angesichts der drastischen Verteuerung von Energie und Nahrungsmitteln verwundert es bei stagnierender Lohnentwicklung in Deutschland nicht, dass die Kluft innerhalb der Gesellschaft immer tiefer wird. Ein kalter Winter und weiter explodierende Ölpreise werden sicherlich nicht dafür „förderlich“ sein, dass sich die extreme Polarisierung in Luft auflöst.
Kaum Ursachenforschung
Zwar wird in den Massenmedien über den sog. „Reichtums- und Armutsbericht“ geschrieben, wirkliche Ursachenforschung findet aber eher selten statt. Über die Geldmengenausweitung in Relation zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts wird wenig berichtet, wenn überhaupt. Anders formuliert, die Schere zwischen Geldmengenwachstum und realem Wirtschaftswachstum öffnet sich immer weiter. Seit Euro-Einführung ist die Geldmenge in der Eurozone gut dreimal so stark gewachsen wie das BIP.
Staat hilflos
Neben dem Aufblähen der Geldmenge mit dem Ergebnis einer hohen Teuerungsrate hat der Staat durch diverse Steuererhöhungen bzw. kalte Progression ebenfalls zur Ausweitung der großen Kluft beigetragen. Ob es den Verantwortlichen in nächster Zukunft gelingen wird, die Geschwindigkeit des Zerfalls der Gesellschaft zu drosseln, bleibt fraglich. Ein Schelm, wer da an hoffnungslos überschuldete öffentliche Haushalte und den Zwang zur „Konsolidierung“ der Staatsfinanzen denkt.
Wenn nun in mittel- bis langfristiger Perspektive eine Zeitenwende an den Staatsanleihenmärkten mit drastisch steigenden Renditen folgt, braucht man nicht wirklich phantasiereich zu sein, um weiteres „Ungemach“ vorherzusehen. Der Tag der Abrechnung für das jahrzehntelange Aufblähen der Staatsschulden naht.
Leider wird am Ende des Tages der Staat erst ganz am Schluß in die Knie gehen. Zuvor verarmen breite Schichten der Gesellschaft nach einer beispiellosen Epoche des Schröpfens.
Seien Sie darauf vorbereitet!
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