Krise und Hyperinflation stehen uns auch weiterhin bevor
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 15. Juni 2009, 07:30 Uhr
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Es ist das ultimative Kampf-Ereignis - die weltweite wirtschaftliche Schlammschlacht! Jetzt einschalten.
Zuerst hat die honigsüße Hunnin - die deutsche Kanzlerin Angela Merkel - das gesamte Pack der Zentralbanker und Wirtschaftler zu Seite genommen, und sie beschuldigt, die Situation noch schlimmer zu machen - indem sie Geld ausgeben, das sie nicht haben... und damit eine Inflation hervorrufen.
Danach setzte der Geschichtswissenschaftler Niall Fergusson - Professor Punchy (Schlagkraft) - in der Financial Times zum Schlag gegen diejenigen an, die sich überall einmischen müssen. Sein Argument war ein ganz einfaches: Die Regierungen geben Billionen von Dollar aus, ohne wirklich zu wissen, was sie tun. Wenn sie Geld leihen, um die Wirtschaft zu stimulieren, dann ziehen sie dieses Geld lediglich aus der Privatwirtschaft ab und lenken es in die öffentlichen Ausgaben um. Dabei entsteht kein Gewinn.
Doch aufgepasst, Niall...! Der nobelpreistragende Wirtschaftswissenschaftler Paul Krugman - schlägt zurück.
Nichts los vor den Toren der Arena
Ich werde darauf noch zurückkommen. Aber zuerst will ich mir ansehen, was außerhalb der Arena los ist.
Nichts!
Mitte der vergangenen Woche ist nichts an den Märkten passiert. Die Ereignisse, die sich dort abzeichneten, waren kaum wert, erwähnt zu werden. Gold hielt sich stabil, Öl ist ein wenig gestiegen. Und der Dollar selbst blieb gegenüber dem Euro da, wo er war.
Es ist, als würde jeder darauf warten, zu sehen, was als nächstes passieren wird.
Wir haben den größten Aktienmarkteinbruch der Geschichte erlebt...
...die größten Defizite in der Geschichte...
...die größten Rettungspläne in der Geschichte...
...die größten Pleiten in der Geschichte...
...wir haben gesehen, wie die Automobil- und die Finanzindustrie weitestgehend verstaatlicht wurden...
...und dass der Präsident der Vereinigten Staaten finanzielle Entscheidungen für einst private Branchen trifft...
Was bleibt da noch?
Ach ja... die Krise und die Hyperinflation.
Bereiten Sie sich auf Inflation und höhere Zinssätze vor", warnt Art Laffer im Wall Street Journal. Erinnern Sie sich noch an ihn? Er ist der Schöpfer der Laffer Curve.'
Die Leute zum Geldausgeben zwingen
Aber machen Sie sich wegen der Inflation keine Sorgen, fügt der Harvardprofessor Gregory Mankiw ebenfalls im Wall Street Journal hinzu. Die Inflation ist genau das, was wir brauchen. Im gegenwärtigen Umfeld, sollte das Ziel darin bestehen, ausreichend Inflation hervorzurufen, um sicher zu stellen, dass die effektiven Zinssätze ausreichend negativ sind..." und die Leute so zu zwingen, ihr Geld so schnell sie können los zu werden.
Gegenüber am Anleihenmarkt stellen die Investoren gerade fest. Wozu ein klein wenig Inflation - oder auch nur ein Hauch Inflation - in der Lage ist. Die Leute haben die amerikanischen Schatzanleihen während der Panik von 2008 mit dem Ziel der Sicherheit gekauft. Jetzt bekommen sie, was ich vorhergesagt habe. Doch ach, sie bekommen, was sie verdient haben, und nicht das, was sie erwartet haben. Mein Freund Chuck Butler weist darauf hin, dass die Preise für die zehnjährigen Schatzanleihen von 110 Dollar noch vor 5 Monaten auf 94 Dollar in der vergangenen Woche zurückgefallen sind. Das ist ein Einbruch von 15%.
Sie sind vor der Unsicherheit und den Gefahren der großen weiten Welt der Investitionen geflohen. Als die Lehman Brothers Pleite machten, da nahmen die ausländischen Anleger den ersten Flug aus Indien. Doch jetzt berichtet mein Freund Ajit Dayal, dass sie wieder zurückkehren. Ich arbeite mit ihm an einem Bericht über Investitionen in den BRIC-Ländern. Und momentan sieht es so aus, als würde es auf dem Subkontinent besser werden.
Was für ein Monat!"
Der 36%ige Anstieg der Kundenportfolios nach den Wahlergebnissen in Indien hat die Zahl der Kunden zurück auf das Niveau gebracht, das sie vor der Lehmanpleite im September 2008 erreicht hatten."
Ich erkenne darin die Grundlage für einen möglichen Anlauf auf einen neuen Gipfel bis Juni 2010."
Das ist die gute Nachricht."
Die schlechte Nachricht ist, dass viele von den Lektionen, die während der Implosion der Kapitalmärkte im Jahr 2008 erteilt wurden, vergessen werden könnten. Die Erinnerungen sind kurz - und vielleicht gibt es sie noch nicht einmal."
Erinnerungen? Ich habe alle Erinnerungen, die Sie sich nur wünschen können. Ich mag mich nicht mehr erinnern, was ich mit meinen Autoschlüsseln gemacht habe, aber ich erinnere mich noch an die schicksalshaften Tag - den 15. August 1971 - an dem Richard Nixon das Goldfenster geschlossen" hat. Seither ist es immer weiter bergab gegangen.
In seinem Blog beschuldigt Krugman Ferguson, dass er im dunklen Zeitalter der Makroökonomie lebt, in dem das hart erkämpfte Wissen ganz einfach verloren ging."
Das hart erkämpfte Wissen", auf das er sich bezog, war Keynes Beweis, dass zusätzliche Regierungsausgaben tatsächlich ein Plus für die Wirtschaft bedeuten - solange es keine Vollbeschäftigung gibt. Wenn die Vollbeschäftigung einmal erreicht ist, dann änderte sich die Sache. Dann würden die Kredite der Regierung ganz einfach die privaten Kredite verdrängen".
Ich erwarte nicht, dass die Leser dieser Seiten sich sehr für diese Streitereien interessieren. Sie haben sicher Besseres zu tun.
Ich habe sie nur erwähnt, weil ich meinen Standpunkt vertreten möchte. Die Regierungen der Welt, angeführt von den Vereinigten Staaten, geben Billionen aus, um dem vorherzukommen, was sie für eine schreckliche Krise halten. Doch die Theorie, auf die sie ihre Argumentation aufbauen, ist ein so dünner Strohhalm, dass einige der führenden Denker der Welt daran nicht weiter festhalten können. Merkel geht davon aus, dass die Theorie falsch ist. Ferguson hält sie für falsch. Sogar ich denke, dass sie falsch ist.
Nicht dass das irgendetwas beweisen würde. Ich könnte auch falsch liegen. Aber ich gebe keine Billionen von Dollar aus, basierend auf einer Vorstellung, die anfechtbar ist. Das ist ein gefährlicher Plan.
Die Keynesianische Revolution war kein Triumph der Wissenschaft, sondern der guten Einschätzung", sagt eine Schlagzeile der Financial Times. Ha ha... der war gut. Sie haben damit natürlich Recht. Bei Keynes Oeuvre gab es keine Wissenschaft. Es war reine Raterei. Und gute Einschätzung? Nun, auch davon gab es nicht viel.
Und was Keynes Beweis" anbelangt, so hat der seine Mängel. Er behauptet, dass die Regierung nur wenn sie während einer Rezession Geld leiht und ausgibt, die privaten Kredite nicht verdrängen kann, ohne damit gleichzeitig die wirtschaftliche Aktivität zu erhöhen - und das hält er für einen Gewinn.
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