"Kreditwürgegriff"
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 15. September 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Am gestrigen Montag hieß es in einem Marktbericht zur geplanten Kapitalerhöhung der hoch verschuldeten HeidelbergCement AG, dass im Falle des Gelingens der Platzierung endlich wieder Luft zum atmen vorhanden sein würde. Nach der Kapitalerhöhung würde der Kreditwürgegriff" wesentlich schwächer werden.
Staat im Würgegriff
Natürlich befindet sich auch die öffentliche Hand - sei es dies- oder jenseits des Atlantiks - im Staats-Schulden-Würgegriff. Und speziell vor der deutschen Bundestagswahl werden die Gerüchte immer wilder, welche Befreiungsschläge" sich die dann Verantwortlichen ausdenken könnten. Fast täglich wird insofern das Spektrum breiter". Von drastischen Kürzungen im Sozialbereich, über die Lancierung einer Bürgerversicherung für das Gesundheitswesen bis hin zu den diversen Ausgestaltungen von Vermögensabgaben scheint für jeden Geschmack etwas dabei zu sein.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, am Ende des Tages wird der Staat sich mehr oder minder galant und ungeniert am Portemonnaie der werten Bürgerschaft bedienen. Der Unternehmer Erich Sixt brachte es erst jüngst auf den Punkt, indem er den Staat als Moloch bezeichnete, der uns alle im Würgegriff habe. Möglicherweise steht gerade in Deutschland der ultimative Staats-Exzess bevor.
Warnung vor Großbanken
Indes warnt der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz vor zu großen Banken. Pünktlich zum ersten Jahrestag der Lehman-Pleite erachtet er die Probleme im Finanzsektor als größer als vor dem 15.9.2008. Die Banken, die zu groß sind, um sie in die Insolvenz gehen zu lassen, seien noch mehr gewachsen. So sei bspw. die Bilanzsumme der Bank of America weiter gestiegen, und auch die Citygroup sei noch immer existent.
Kein Ende der Krise
Auch IWF-Chef Strauss Kahn warnt davor, die Krise voreilig für beendet zu erklären und zur Normalität überzugehen. Er halte es für gefährlich, dass in zu vielen Köpfen mittlerweile die Krise bereits beendet ist. Alles in allem dauere die weltweite Wirtschaftskrise weiter an.
Bis zum Platzen der letzten Blase
Einige kritische Stimmen sind sich aber darin sicher, dass die Erholung am Aktienmarkt nur den ums Überleben kämpfenden Banken zu verdanken sei. Mit Hilfe der staatlichen Rettungs- und Stützungsgelder werde gegenwärtig panisch versucht, die Aktienmärkte weiter nach oben zu hieven. Nicht zuletzt deshalb, um evtl. mit dem Aufbau einer weiteren Spekulationsblase den Tag der ultimativen Abrechnung noch etwas länger in die Zukunft zu vertagen. Aktuell soll allein das US-Krisenbekämpfungsbruttoengagement bereits bei sage und schreibe fast 24 Billionen Dollar liegen.
Zusammen mit historisch tiefen Zinsen und gelockerten Bilanzierungsregeln tanzen also die Investoren im globalen Finanz-Casino völlig unbeirrt den wohl allerletzten Blasen-Walzer.
Aber am Ende des Tages wird auch diese ultimative Bail-Out-Blase platzen. Fragt sich nur, wie lang dieser letzte Tanz auf dem Vulkan anhalten kann und wird...
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Alfred Daschner (15.09. 2009 11:22 Uhr):
Volkswirtschaftlich betrachtet ist Geld nur eine Luftnummer. Wer das noch nicht erkannt hat, darf sich nicht wundern, dass er noch zu seinen Leb- zeiten vor dem finanziellen Ruin stehen könnte.
Antworten - Kommentar von Babek (15.09. 2009 11:38 Uhr):
Ich bin auch von überzeugt,dass ein erneuter Kursrutsch am Aktienmarkt kommt. BB.
Antworten - Kommentar von Pfister Hansruedi (15.09. 2009 11:38 Uhr):
Das ganze Finanzsystem ist ein Spiel grosser Gewinner (welche die Spielregeln machen), und grosser Verlierer, denen immer wieder Kredite (Schulden) gegeben werden, weil sie nichts mehr haben was ihnen gehört - und weil das Spiel der masslosen Bereicherung der Einen und die Verarmung der Anderen sonst ein Ende finden würde. Ausserdem: Was sind schon Zahlen! 1 Million Sekunden sind ca.12 Tage 1 Milliarde Sekunden ca. 32 Jahre 1 Billion Sekunden 32000 Jahre
Antworten - Kommentar von rodolfo (15.09. 2009 18:26 Uhr):
Ich bin mit Ihnen einverstanden, Die Krise ist immer noch in Bereitschaft wo liegen alle trillionen die die Staaten in den Banken investiert haben? Das Problem liegt hauptsaechlich das man immer weniger Geld fuer die Armen Bevoelkerung investiert, und das kann schlimme Folgen haben.
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