Kosten und immer nur Kosten
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 28. März 2011, 20:00 Uhr
ENL5454
Noch kurz von Trassen und Speicherkraftwerken...
Wo wir gerade im Norden sind....da macht in den Küstenregionen die Windenergie ja wenigstens noch wirklich Sinn. Schade, dass sie ansonsten so unzuverlässig ist und sich die Produktion einer Anlage innerhalb eines Jahres, je nach Standort, ein Jahr später auch schon mal wieder halbieren kann. Auch die Sonnenenergie ist, im mit weichen Wattewölkchen verhangenen Mitteleuropa, nicht gerade die beständigste Energiequelle (vor allem nicht im Winter). Macht aber nix, diese Energiequellen sind als Zubrot trotzdem wichtig und außerdem je nach Standort sogar richtig bedeutsam....der springende Punkt ist nur, dass die wirklich wichtigen und rentablen Standorte erst mal mit dem Rest der Verbraucher verbunden werden müssen.
Tjaaa, nun ist es zwar so, dass wir alle natürlich Alternative Energie erstmal toll finden. Wenn ich Sie nun aber frage, ob Sie sich ein Windrad in den Garten stellen lassen, würden sich die meisten wahrscheinlich schnell wieder verabschieden. Ähnlich fällt die Reaktion aber auch aus, wenn es um Starkstromtrassen und sogar Pumpspeicherkraftwerke geht. Nur, ohne neue Leitungen, bekommen wir weder den Strom aus den Nordsee-Windrädern, noch jenen Sonnenstrom aus dem fernen Nordafrika, falls die hehren DESERTEC-Pläne in weiter Zukunft einmal realisiert werden sollten. Und ohne Speicherkraftwerke läuft schon mal gar nichts beim Umstieg auf den vollen ungebändigten Ökostrom.
Noch so ein Dilemma...wenn Grün-Rot den Ausbau forcieren will, dann muss es sich jedenfalls gegen die vielen Bürgerinitiativen, welche die Verschandelung des Landschaftsbildes bemängeln, durchsetzen. Und das, wo doch gerade die Grünen so sehr auf Bürgernähe setzen.
Auf der anderen Seite...vielleicht mache ich mir auch zu viele Gedanken...möglicherweise sind ja auch 24,2% der BaWü-Wähler bereit, sich in der unmittelbaren Nachbarschaft einer Starkstromtrasse niederzulassen. Wer weiß? Klar ginge es im Übrigen auch mit unterirdischen Leitungen, doch die kosten...und zwar wesentlich mehr Geld, als die Trassen.
Kosten und immer nur Kosten
Tja, wie man es dreht und wendet, man landet doch immer bei den Kosten. Und um diese machen sich auch die Unternehmen in Baden-Wüttemberg Gedanken. Da kann sich die Netzagentur zwar alles so schön rechnen wie sie will, die Energiewende bringt Kosten mit sich.
Nun mag der private Verbraucher zwar denken: dann verbrauch' ich eben weniger, doch dieses Handlungsmuster lässt sich leider nicht auf den größten Energieverbraucher Deutschlands umschlagen: die Industrie.
Und wenn man nun noch weiß, dass Baden-Württemberg über den höchsten Industrieanteil am BIP innerhalb Deutschlands verfügt, also durchaus als Deutschlands Industriestandort Nummer 1 bezeichnet werden darf, dann wird deutlich, weshalb sich die BaWü-Unternehmen Sorgen machen und ebenso weshalb auch Nicht-BaWüler ab und an einen Blick auf die Entwicklung im Ländle haben sollten.
So long liebe Leser...so viel einmal für heute, denn mein Versandtermin naht...morgen gibt's noch mehr zu den kommenden Kosten und einen interessanten Beitrag eines Lesers...liebe Grüße und bis morgen...
Ihre Miriam Kraus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Zimmermann (28.03. 2011 21:28 Uhr):
Liebe Frau Kraus, als altem Baden-Württemberger sprechen Sie mir aus der Seele. Natürlich ist die Kernenergie mit Risiken behaftet. Nur ein Tsunamie entsteht allenfalls, wenn Herr Gabriel bei Neckarwestheim in den Neckar springt. Man darf das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Aber die Grünen müssen jetzt beweisen, dass sie Stromtrassen und Pumpspeicher nicht mehr weiter bekämpfen. Für unser Ländle sehe ich leider schwarz (grün-schwarz). Viele Grüße und weiter so
Antworten- Antwort von Hans Stemp (29.03. 2011 00:17 Uhr):
Das Thema Stromtrassen ist meines Wissens ca. 20 Jahre alt aber scheinbar immer noch nicht wichtig genug, um sich wirklich ernsthaft damit zubeschäftigen, ich kann mir nicht vorstellen das es keine Tragbaren Lösungen gibt, zb. Rohre,Schächte unter Autobahnen die gleichzeitig Unterbau verstärken würden, kein Isolationsproblem, Wettergeschützt, Genehmigung, ist schon in Behördenhand, einziges Manko, 20 Jahre verschlafen wo die Hauptachsen neu gebaut wurden, Nord-Süd,Ost-West, alternativ das Bahnnetz als zusätzliche Überleitung, die Trafos sollten kein Problem sein, aber die zuständigkeiten, Verantwortung !
- Antwort von Hans Stemp (29.03. 2011 00:17 Uhr):
- Kommentar von Folker W (28.03. 2011 21:35 Uhr):
Sehr geehrte Fr. Kraus, ich finde es sehr schade. Dieser Börsendienst heißt "Rohstoff-Daily". Es gäbe täglich sehr interessante Details über die Rohstoffmärkte zu berichten. Jetzt lese ich aber schon die dritte oder vierte Ausgabe von Ihnen, in der offensichtlich andere Themenbereiche wichtiger sind als die Preise der Rohstoffe an den internationalen Börsen - und was dahinter stehen könnte. Schade, ich glaube mit diesem Börsendienst wird eine Chance vertan..... Ihr, Folker W.
Antworten - Kommentar von klaus Morian (05.04. 2011 14:12 Uhr):
Windenergie kann vorhergesehen werden . Die UNIHannover macht das aus den Angaben des letzten Verbrauches und der Wetterprognose aufs KW genau für jedes Windrad.
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