KOSPI: Erste Erholung in Sicht
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 4. Juli 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
schon häufiger an dieser Stelle habe ich den südkoreanischen KOSPI-Index wegen seiner indikativen Prognosewirkung für die Weltwirtschaft untersucht. Aktuell weist er wenig Anzeichen auf, die ein großes Maß an Opitimismus versprühen lassen. Andererseits steht der Index, wie die meisten anderen Weltbörsen vor dem Test seiner Jahrestiefs und könnte dananch eineumfangreichere Erholung einleiten. Auffällig sind zumindest die Parallelen zum Januar, als der Kursverfall mit einer ähnlichen Intensität und Länge Anlegern den Start ins Jahr vermießte. Auch damals setzte die Marke von 1.600 Punkten die Signale zur Bodenbildung und Trendumkehr. Anders als damals werden aber die Unternehmensergebnisse- und prognosen aus den USA kaum noch zusätzliche Kursverluste auslösen.
Während im Januar stark zurückhaltende Ausblicke auf die Geschäftsentwicklung der Unternehmen im Jahresverlauf erst die Kurse ins Rutschen brachte, haben die Märkte in furchtsamer Vorausahnung schon die schlimmstmöglichsten Szenarien eingepreist. Dies wird wohl im einen oder anderen Fall noch unterboten werden, das Gros dürfte hingegen wenig Probleme haben, die mittlerweile sehr niedrig angesetzte Meßlatte zu überspringen und „positiv" zu überraschen. Somit ergeben sich auch für den KOSPI Chancen, eine Erholungsrallye im Abwärtstrend zu initiieren. Dafür muss der südkoreansiche Leitindex aber einen ersten Stabilisierungsansatz im Bereich der genannten 1.600 Punkte erfolgreich absolvieren.
Gemessen am Zustand des tief im negativen Bereich notierenden MACD und des unzweifelhaft überverkauften Marktes könnte eine erste Erholung bis an die stark fallende 38-Tage-Linie in die Nähe von 1.700 Punkten führen. Von dort aus ist zunächst ein erneuter Rückfall an die Unterstützungsmarke bei 1.600 Punkten einzukalkulieren. Erst wenn der Index sich dort erneut bewährt, wäre an eine Fortsetzung der Erholung bis in die Zone um 1.780 Punkten zu denken, die Fibonacci-Retracements unterstützen in ihren Einstellungen diese Zielbereiche. Ein Verlassen der Seitwärtsspanne zwischen 1.600 und 1.900 Punkten in die eine oder andere Richtung würde eine dynamische Bewegung auslösen. Nach dem Verlauf der Durchschnittslinien stehen die Chancen für die Bären bis zum Herbst besser.
