Korrigiert jetzt der chinesische Aktienmarkt?
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 01. Februar 2007 19:00 Uhr
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Das hat gesessen, und jetzt haben wir es auch amtlich: Der chinesische Aktienmarkt ist heiß gelaufen. Oder sagen wir besser er könnte. Nachdem der Shanghai-A-Index mit einer Performance von sage und schreibe 130% zu den weltweit besten Indizes im letzten Jahr gehörte – der Hang Seng, der Leitindex der Hongkonger Börse hat sich im Vergleich dazu um 33% verbessert –, ist eine solche Warnung auch nicht verwunderlich.
Was allerdings überrascht, ist die Tatsache, dass diese Warnung von offizieller Seite kommt. Cheng Siwei, Vizechef des Volkskongresses: „Es ist eine Blase. Investoren sollten sich über die Risiken Sorgen machen.“ Um diese Äußerung einzuschätzen, müssen Sie wissen, dass der Volkskongress Chinas oberstes Legislativorgan ist. Darüber hinaus gilt Cheng Siwei als mächtige Persönlichkeit in wirtschaftspolitischen Fragen.
Aufschlussreich ist auch der Zeitpunkt dieser ersten deutlichen Warnung von offizieller Seite. Die chinesische Regierung versucht nicht nur gegen eine Überhitzung der Wirtschaft, sondern auch gegen eine Übertreibung an den Börsen vorzugehen. Bekannt ist, dass die Chinesen eine sehr hohe Sparquote von über 40% haben und deshalb ausreichend Liquidität für Aktienkäufe da ist. Doch jetzt kommt der Verdacht hinzu, dass eventuell auch Immobilienkredite dazu genutzt worden sind, um Aktien zu kaufen.
Für die Anleger hat Cheng Siwei gleich noch einen wichtigen Tipp parat: „Wenn die Aktienmärkte steigen, verhalten sich die Investoren nicht rational. Jeder Anleger glaubt, er kann gewinnen. Aber viele verlieren am Ende.“ Dies hat auch mit zu tun, dass viele Staatsunternehmen – Cheng Siwei spricht sogar von 70% –, die an der chinesischen Börse gelistet sind, nicht den westlichen Standards entsprechen.