Korrekturen bei Gold und Silber keine Trendwende!
unserem Korrespondenten Addison Wiggin in Baltimore in Investors Daily
vom 22. April 2004 18:00 Uhr
ENL5462
Ach, wie sich der Wind drehen kann. Es ist noch keine 6 Monate her, da warnten die Feld-Gouverneure noch vor einem bedenklichen "Rückgang der Inflationsrate". Die Deflation sei der Feind, sagten sie uns, und es müsse alles im Kampf gegen die Deflation genutzt werden. Inflation oder Tod – das schienen sie zu sagen. Aber jetzt sagte Greenspan in seiner Rede: "Deflation ist nicht länger eine Bedrohung".
Aber Gold und Silber schienen davon nicht sehr erfreut zu sein. Der HUI-Index der Minenaktien ist das erste Mal seit Oktober 2003 unter die Marke von 200 Punkten gefallen, ein Tagesverlust von fast 7 %. Silber ist ebenfalls sehr deutlich gefallen.
Jetzt gibt es kein Deflationsproblem mehr, aber dafür ein Inflationsproblem. "Genauso wie vor drei Jahrzehnten steigende Ölpreise für die USA ein Problem waren, so sind jetzt steigende Energie- und Rohstoffpreise für die chinesische Volkswirtschaft ein Problem", erklärt die New York Times. Die Politiker in Peking werden wahrscheinlich genauso wenig wie ihre Gegenstücke in Washington 'Spekulationsblase' rufen – aber sie geben immerhin offen zu, dass ihre Volkswirtschaft überhitzt sei, und sie versuchen, die Flammen zu kühlen. Das Problem ist: Wer bezahlt den Preis dafür?"
Hier beim Investor's Daily haben wir ja eigentlich immer damit gerechnet, dass sich ein Wiederbeleben der Inflation auch beim Goldpreis wiederspiegeln wird. Aber das war nicht der Fall: Der Goldpreis ist deutlich gefallen ... bedenken Sie, dass er am 1. April noch bei 427 Dollar stand! Warum?! Auch der Silberpreis ist deutlich gefallen, obwohl er doch eigentlich von einer Wiederbelebung der Inflation profitieren sollte.
"Bewegungen wie diese sind nicht nur normal, sondern trivial", meint mein alter Freund Doug Casey. "Diese Preisbewegungen haben offensichtlich vielen Leuten Angst gemacht, besonders denen, die erst spät in diesen Markt eingestiegen sind, und die fragen sich jetzt, ob die Kursverluste das Ende des Bullenmarktes für die Edelmetalle eingeläutet haben."
"Meiner Ansicht nach sollte dieser Kursrückgang außer Daytrader ohne Stop Loss niemandem Sorgen bereiten. Ich glaube, dass uns in den nächsten Jahren beim Gold (und Silber!) ein Bullenmarkt von historischen Proportionen bevorstehen wird ..."
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