Korrekturbedarf!
Axel Retz in DAX Daily
vom 19. Dezember 2006 08:30 Uhr
ENL5454
Gestern gönnte sich der Dax einen ausgesprochen ruhigen Handelstag, in den er sich allerdings genau wie am Freitag kurz über die 6.600er Marke vortastete, dieses Niveau aber nicht über die Ziellinie retten konnte.
Damit ergeben sich im Candlestickchart nun schon seit dem zweiten Dezember keine roten (d. h. nach unten weisenden) Kerzen mehr. Immer nur nach oben kann es an der Börse aber auch nicht gehen.
Wie schon gestern unterstrichen, wird es daher auf dem (noch intakten) weiteren Weg nach oben immer wieder auch einmal zu einer Gegenbewegung kommen müssen. Was nach einer dermaßen langen Phase von Aufwärtstagen dafür als Begründung herhalten muss, ist völlig nebensächlich. US-Konjunkturdaten, Ölpreis, Naher Osten, EUR/USD…
Charttechnisch hat sich mit dem gestrigen Handelstag nichts verändert, auch nicht im späten Handel, als die deutschen Indizes ihre Tagesgewinne wieder preisgeben mussten. Die Trends weisen auf allen Zeitebenen weiter nach oben. Und trotz der heißgelaufenen Sentimenttechnik kann diese Marktphase durchaus noch ein Weilchen anhalten. Denn gerade die Phase „zwischen den Jahren" bringt an der Wall Street häufig noch einmal einen Aufwärtsschub, die so genannte „Santa Claus-Rallye". Und:
Viele Anleger übersetzen die glänzenden Konjunkturdaten der deutschen Wirtschaft einfach schon einmal in weiter steigende Aktienkurse im kommenden Jahr und nutzen jede Schwächephase, um sich wieder neu auf diesen erwarteten Kursaufschwung zu positionieren.
Markttechnisch gibt es bis jetzt noch keinen Grund, am Fortbestand der Rallye zu zweifeln, die nur knapp gehaltenen Vorgaben der Wall Street und die teils deutlichen Kursverluste in Fernost heute Morgen signalisieren jedoch einen zumindest zur Eröffnung schwächeren Handelstag.
FAZIT UND EMPFEHLUNG: Langfristig orientierte Anleger, die noch auf der Kaufseite engagiert sind, sollten investiert bleiben. Für alle Anderen stellt sich das kurzfristige Potential nicht mehr allzu üppig dar, so dass zum Einstieg eine Korrektur abgewartet werden sollte.
Kurzfristiger ausgerichtete Anleger sollten ihre Positionen durch sukzessive nachzuziehende Stopps absichern. Erreicht der Dax die obere Begrenzung des März 2003-Aufwärtstrendbandes, ist der Gedanke von Teilgewinnmitnahmen sicherlich nicht verkehrt!
Kurzfristige Widerstände: Obere Begrenzung des März 2003-Haussekanals.
Kurzfristige Unterstützungen: 6.500, 6.300
Viel Erfolg!
Axel Retz
