Korrektur voraus?
Henrik Voigt in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 1. Februar 2012, 08:30 Uhr
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Der DAX sprang gestern mit einer Kurslücke aufwärts in den Tag und bemühte sich erfolgreich, die Abwärtslücke vom Vortag zu schließen. Was nicht gelang, war das Halten der frühen Gewinne. Sie wurden nahezu komplett wieder abgegeben. Der MACD-Indikator steht nun kurz vor einem Verkaufssignal, eine Korrektur scheint längst überfällig. Was noch fehlt sind lange rote Tageskerzen und damit Abwärtsdynamik.
Der DAX kämpft mit einer massiven Widerstandszone um 6500 Punkte. Sie besteht aus der 200-Tage-Linie und der Nackenlinie einer gewaltigen Doppeltopp-Formation, die Auslöser für den Crash im August 2011 war. Und aus einem unsichtbaren Widerstand bei 6600 Punkten (61,8 % Fibonacchi Retracement des gesamten Bärenmarktes 2011). Die Luft für die Bärenmarktrally ist dünn geworden. Der RSI-Indikator notiert in einem so überkauften Bereich, dass eine Abwärtsreaktion fast zwingend erscheint (wie im Juli und Oktober 2011). Die Aufwärtsdynamik hat zudem stark nachgelassen. Ein zweiter bärischer Keil (blau im Chart, wie im Herbst 2011) scheint in Arbeit zu sein. Kommt die Kurserholung beim DAX jetzt ins Stocken, kann jederzeit ein finales Hoch daraus werden. Sentimenttechnisch fällt auf, dass vor allem die Privatanleger derzeit extremen Optimismus zeigen, während die institutionellen Anleger skeptisch bleiben (das zeigen gleich mehrere Stimmungsindikatoren). Mithin ein Zeichen für ein nahes Ende einer Zwischenerholung.
Bislang muss der Rücklauf des Indexes als eine Erholung im Abwärtstrend gewertet werden, da sich der DAX weiterhin im Bereich einer fallenden 200-Tage-Linie befindet (in Bullenmärkten notieren die Kurse oberhalb einer steigenden Linie). Diese Erholung ist an ihrem Ziel angekommen und kann jederzeit enden. Die große Richtungsentscheidung wird sich aber wohl noch eine Weile hinziehen. Ich gehe davon aus, dass es in 2012 aufgrund der instabilen Erholungsmuster, der angespannten Intermarketlage und der bombastischen Anlegerstimmung noch einmal kräftig abwärts gehen dürfte, auch wenn das nicht zwangsläufig gleich zu Jahresbeginn passieren muss.
DAX im Tageschart
Nächste Widerstände: ca. 6350-6600, 6800, 7000, 7500, 7620, 8150 Punkte
Nächste Unterstützungen: 6350, 6200, 5700, 5350, 5000, 4400, 3800 Punkte
Viel Erfolg und herzliche Grüße,
Ihr Henrik Voigt.
Chefredakteur DAX Profits
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von W F (01.02. 2012 20:44 Uhr):
Sehr geehrter Herr Voigt, ich lese Ihren Börsenbrief schon seit Jahren und sehr gerne. Die charttechnischen Analysen sind klar und präzise. Allerdings habe ich nun zum dritten oder vierten Mal den Eindruck, dass Sie in Ihren Richtungsprognosen bzgl. des Dax an entscheidenden Wendemarken falsch liegen. In 2010 haben Sie wochenlang ein bärisches Szenario prognostiziert entgegen fast aller Analysten, auch denen des Investor-Verlages. Wer Ihnen gefolgt ist, hat Geld verloren oder zumindest mögliche Gewinne nicht erzielt. Als es gar nicht mehr anders ging sind Sie über Nacht entgegen Ihrer eigenen Chartanalysen ins Bullenlager gewechselt und waren über viele Monate in 2011 von neuen Jahres- und Allzeithochs überzeugt. Genau in dieser Phase kam es zum Septembercrash, den Sie (noch) nicht auf der Rechnung hatten. Nun erinnerten Sie sich plötzlich an Ihre grundsätzlich bärische Ausrichtung. Kein Tief konnte Ihnen groß genug sein, was aber weit weg von der Realität war. Derzeit kleben Sie wiederum stur an Ihrer Prognose, dass der Dax fallen müßte, aber er entwickelt sich immer weiter nach oben. Fast könnte man Ihren Börsenbrief als Kontraindikator verwenden, denn wer Ihnen in den letzten 3 Jahren gefolgt ist, hat echt Geld verloren. Natürlich haben Sie mit Ihrer Prognose irgendwann einmal recht, aber zwischenzeitlich werden viele Chancen verpasst. Was können Sie dem entgegnen? Mit freundlichem Gruß W. F.
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