Konzerninsider beweisen wieder glückliches Händchen

in Insider Daily zum Thema Aktien
vom


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

während sich die Verantwortlichen des Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München derzeit auf einer schier unendlichen Einkaufstour in Sachen neue Spieler befinden, steigen deutsche Firmenlenker aus Aktieninvestments ihrer Unternehmen aus. Noch im Februar und März - in der größten Schwächephase an den Aktienmärkten - gab es von Seiten der rund 160 Unternehmen aus DAX, MDAX, TecDAX und SDAX wochenweise überhaupt keinen Verkauf zu vermelden. Nun schwenken Top-Manager um und verkaufen Aktien. Wie ist die Zunahme der Insiderverkäufe im aktuellen Marktumfeld zu bewerten?


Ich sehe es folgendermaßen: Deutschlands Top-Manager erweisen sich ein weiteres Mal als perfekter Kontraindikator zu den aktuellen Marktentwicklungen. Seit die breite Masse wieder an der Börse investiert, steigen die Konzerninsider aus. Seit August 2007 hatten eine Vielzahl von Insidern die fallenden Kurse zum Einstieg genutzt. Und natürlich waren auch viele von Ihnen mit diesem Einstieg zu früh dran. Denn wie die meisten Aktienanleger konnten auch viele Insider zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, mit welchen dramatischen Auswirkungen die Wirtschafts- und Finanzkrise ein Jahr später auf ihre Unternehmen zurollen würde. Wohl auch, weil sich die Bilanzen der eigenen Unternehmen damals noch überraschend robust zeigten. Dann aber kam der Einbruch.

Umso erstaunlicher aber ist meiner Ansicht nach, dass sich die Top-Manager nichts desto trotz ihren Optimismus die gesamte Krise über erhielten. Selbst bei den schlimmsten Einbrüchen verloren sie nicht die Nerven. Diese "mutige Geduld" kommt denjenigen, die standhaft blieben und ihre Investments hielten, jetzt zugute.

Deutsche Bank-Insider machen ordentlich Kasse

Insbesondere einige Top-Manager der Deutschen Bank fielen in den vergangenen Wochen des öfteren mit Verkäufen auf. Das ist auch wenig verwunderlich, hat sich doch die Aktie seit ihren Tiefständen Anfang März bei 16,87 Euro auf mittlerweile 48,35 Euro am Freitag so gut wie verdreifacht. Und so realisierten Deutsche Bank-Insider in den vergangenen beiden Wochen zuhauf ihre Gewinne. Auffälligster Verkauf: Mit einem Volumen von fast 3,7 Mio. Euro trennte sich Pierre de Weck, Chef des Private Wealth Managements, von seinen privaten Investments in Deutsche Bank-Aktien.

Bei der Allianz wird eingekauft

Doch natürlich gibt es auch jetzt noch Aktienwerte, wo die Konzerninsider aktuell noch zuschlagen. Das sind zumeist Titel, deren Kurse die jüngste Bärenmarkt-Rally nur wenig bis mäßig nachvollzogen haben - wie beispielsweise die Allianz-Aktie. Von Kursen um 50 Euro Anfang März schaffte die Aktie des deutschen Top-Versicherers ein im Verhältnis zu anderen Finanztiteln eher kleines Plus von 40 Prozent auf aktuell rund 70 Euro.

Deswegen steigen auch hier weiter Insider ein wie diesmal ein Verwandter von Vorstandschef Michael Dieckmann. Bei 88 Euro liegt das Kursziel von den Analysten der UBS, Sal Oppenheim sieht den fairen Wert der Allianz bei 90,00 Euro und die Experten vom Effecten-Spiegel haben gar ein Kursziel von 103,00 Euro für Allianz "ausgerufen". Da ist also noch deutlich Luft nach oben.

Ich wünsche Ihnen einen guten Börsentag.

Ihre

Cindy Bach

von
Cindy Ullmann
Cindy Ullmann

Cindy Ullmann nimmt regelmäßig Insidergeschäfte unter die Lupe. Sie stellt „Directors’ Dealings“ vor - zum Vorteil ihrer Leser.

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