Cindy Bach nimmt in ihrem Börsennewsletter Insidergeschäfte unter die Lupe. Sie stellt regelmäßig „Directors’ Dealings“ vor - zum Vorteil ihrer Leser.
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema MDax
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zwei DAX-Konzerne (Dienstag: Bayer, Donnerstag: Beiersdorf), drei TecDAX- sowie zwei MDAX- und ein SDAX-Unternehmen gewähren in dieser Woche Einblick in die Bilanzen ihres abgelaufenen Geschäftsjahres. Bereits heute gab es Zahlen von Gerry Weber (dazu später mehr). Am Mittwoch werden dann MDAX-Schwergewicht Hochtief und SDAX-Konzern MLP ihr Zahlenwerk präsentieren. Und mit Aixtron, Morphosys (beide Donnerstag) und Nordex (am Dienstag) aus dem TecDAX wird die Woche von Unternehmensseite beschlossen werden.
Auch von der Konjunkturfront gibt es jede Menge interessante Daten. So stehen für Dienstag gleich zwei wichtige Konsumindikatoren auf der Agenda. Neben dem wichtigen US-Verbrauchervertrauen wird an diesem Tag die Nürnberger GfK ihren Index für das deutsche Konsumklima im Februar veröffentlichen. Hier hoffen die Marktakteure auf eine Fortsetzung des positiven Trends aus dem Januar. Zum Jahresauftakt war der Index in Folge der positiven Erwerbslage auf den höchsten Wert seit über fünf Jahren geklettert. "Die gute Beschäftigungsentwicklung unter den Arbeitnehmern sorgt für sinkende Angst vor Arbeitslosigkeit und stärkt damit die Planungssicherheit", kommentierte Ralf Bürkl von der GfK den anhaltend positiven Trend im Januar. Hinzu komme das fehlende Vertrauen der Verbraucher in den Finanzmarkt, was dafür sorge, dass das Geld lieber ausgegeben, als angelegt wird. Dieser Trend sollte laut Einschätzung vieler Experten auch im Februar angehalten und dem Konsumklimaindex einen neuen Rekordwert verschafft haben. Davon dürften in den kommenden Tagen vor allem Konsumwerte profitieren.
Eine Konsumaktie, die heute trotz erhöhter Umsatzprognose nach gewinnreichem Jahr 2011 und Dividendenanhebung nicht profitieren kann, ist das MDAX-Papier Gerry Weber. Der Aktienkurs konnte in den ersten Minuten nach Börseneröffnung zwar noch leicht auf 28,12 Euro zulegen. Doch mit Vorlage der Zahlen drehte das Papier deutlich ins Minus, bis zum frühen Nachmittag verliert die Aktie knapp 1,2% auf 27,66 Euro. Hier dürfte es sich vor allem um kurzfristige Gewinnmitnahmen handeln. Die Gerry-Weber-Aktie befindet sich schon seit März 2009 in einem äußerst stabilen Aufwärtstrend, der sich seit Beginn 2012 nochmals versteilt hat. Allein seit Jahresbeginn konnte der MDAX-Wert knapp 15% zulegen. Doch die Zahlen lassen durchaus Raum für neue Höchstkurse.
Ansturm der Kundinnen beschert Gerry Weber Gewinnsprung
Wie die Nachrichtenagentur Reuters heute vermeldet, schraubt die Modekette nach Rekordwerten bei Umsatz und Gewinn ihre Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010/11 in die Höhe. Wachstumstreiber sei vor allem das eigene Ladennetz gewesen. Nun will Gerry Weber mit der Übernahme der insolventen Modegruppe Wissmach weiter wachsen. Im laufenden Jahr 2011/12 (per Ende Oktober) belasten aber die Anlaufkosten für den Umbau der neuen Filialen das Ergebnis - die Ebit-Marge soll deshalb nicht wie ursprünglich geplant auf 14,% gesteigert werden. Vielmehr werde wohl sie zwischen 14,5 und 14,6% liegen. Im kommenden Geschäftsjahr sollen die modernisierten Filialen dann aber zwischen 45 und 50 Mio. Euro umsetzen und einen Beitrag zum Gewinn leisten.
Gerry Weber setzt wie auch andere Modekonzerne darauf, seine Mode in eigenen Filialen zu verkaufen und damit die Profitabilität zu steigern. Die Kundinnen ließen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 weder von den unsicheren Konjunkturaussichten noch der Schuldenkrise in der Euro-Zone schrecken und strömten in die Gerry-Weber-Filialen: Der Umsatz stieg um 13% auf 702,7 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss schoss um 24,2% auf 67 Mio. Euro in die Höhe. Davon sollen auch die Anteilseigner profitieren: Die Dividende erhöht Gerry Weber um 18% auf 0,65 Euro je Aktie (Ausschüttungstermin ist der 23. Mai 2012).
"Anfang Februar hatte der Hagener Konzern rund 200 Filialen der insolventen Wissmach-Gruppe übernommen, um das Wachstum weiter anzukurbeln. Der Löwenanteil der Filialen soll nun in Geschäfte der Eigenmarken Taifun und Samoon umgewandelt werden. 2011/12 sollen die Erlöse damit auf rund 795 Mio. Euro steigen - 20 Mio. Euro mehr als noch im Januar angepeilt. Der Umbau drücke aber zunächst auf die Gewinne, räumte Gerry Weber ein", schließt der Reuters-Bericht.
Sollte der Konsumklimaindex morgen erneut positiv überraschen können, dürfte das der Gerry-Weber-Aktie neuen Auftrieb geben. Zumal viele Anleger ohnehin den heutigen Kursrücksetzer zum Einstieg nutzen dürften.
Ich wünsche Ihnen allen einen guten Start in die neue Börsenwoche.
Ihre
Cindy Bach
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