Konjunkturoptimisten unterstützen Industriemetallpreise
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 18. Dezember 2009, 20:00 Uhr
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Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
In der vergangenen Woche haben sich die Aktienmärkte uneinheitlich entwickelt. Während der DAX im Wochenvergleich um rund 1,3% zulegen konnte, steht der Nikkei im Vergleich zur Vorwoche mit 0,3% im Plus. Dagegen musste der Shanghai Composite Index im Vergleich zur Vorwoche rund 4,1% abgeben. Der Dow Jones notiert aktuell mit 1,9% im Minus gegenüber der Vorwoche.
Das Dubai-Debakel hat erst einmal an Schrecken verloren, nachdem dass Abu Dhabi dem Emirat Dubai mit einer 10 Milliarden US-Dollar Finanzspritze aushelfen wird.
Aus Deutschland wurden überwiegend positive Wirtschaftsdaten vermeldet, die dem aktuell unter Vertrauensverlust leidenden Euro zum Ende der Woche allerdings nur zwischenzeitliche Unterstützung bieten konnten. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verzeichnete einen Anstieg um 0,8 Punkte auf 94,7 Punkte - das höchste Level seit August 2008. Zuvor wurden die aktuellen Ergebnisse vom Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe gemeldet. Der Index verzeichnete auch im Dezember den 10.Monat in Folge einen Anstieg.
Aus den USA wurden weiterhin gemischte Daten gemeldet. Während im November die Industrieproduktion gestiegen ist, meldete die Federal Reserve Bank of New York für Dezember eine Verschlechterung der allgemeinen Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe in New York. Während de amerikanischen Erzeugerpreise weiterhin beschleunigt angestiegen sind, sieht die US-Notenbank FED weiterhin eine mäßige Inflationsentwicklung. Aufgrund derer, sowie aufgrund der wirtschaftlichen Bedingungen, hieß es, sei weiterhin ein äußerst niedriges Zinsniveau wahrscheinlich. Das FED hat den Leitzins dementsprechend unverändert belassen. Am Donnerstag vermeldete das FED Philadelphia einen Anstieg des Geschäftsklimaindex von 16,7 auf 20,4 Punkte.
Japan befindet sich dagegen im Kampf gegen die Deflation. Wie die japanische Notenbank erklärte, werde man keine negative Inflationsentwicklung tolerieren. Wie erwartet hat die Bank of Japan ihren Leitzinssatz bei 0,1% belassen. Nun wachsen die Erwartungen, dass dies auch noch eine Weile so bleiben wird. Zwar gab die Notenbank keine weiteren Pläne bekannt. Stattdessen will man zunächst den Effekt des vor 2 Wochen bewilligten 111 Milliarden US-Dollar schweren Kreditprogramms abwarten. Bislang war der Markt im Konsens davon ausgegangen, dass die Bank of Japan eine 0% -CPI-Entwicklung tolerieren würde. Dies ist offenbar nicht der Fall! Dementsprechend geriet JPY zum Ende der Woche gegenüber allen Hauptwährungen unter Druck.
Der USD erhielt in dieser Woche weiterhin deutliche Unterstützung. Zu einem Teil ist diese Entwicklung auch dem schwindenden Vertrauen in die europäische Einheitswährung geschuldet. EUR/USD fiel am Freitag bis unter die wichtige Marke bei 1,43, notiert aktuell allerdings wieder oberhalb der Marke bei 1,4311.
Energie
Die Ölpreise konnten sich in dieser Woche - trotz USD-Stärke - wieder leicht erholen. Zum einen sicher eine Gegenreaktion auf den deutlichen Rückgang der Ölpreise in der letzten Woche, zum anderen wirkten aber auch fundamentale Daten unterstützend.
Wie das US-Energieministerium vermeldete sind die Lagerbestände für Rohöl und Destillate in der vergangenen Woche unerwartet deutlich gesunken. So fielen die Rohölbestände um 3,7 Millionen Barrel, während die Destillats-Bestände um 3 Millionen Barrel gesunken sind. Dagegen sind allerdings die Benzinvorräte um 900.000 Barrel angestiegen.
Der Rückgang der Destillatsbestände ist zum Teil auf die sinkenden Temperaturen, vornehmlich allerdings auf die geringere Raffinerieauslastung zurückzuführen. Diese ist im Vergleich zu Vorwoche um 1 Prozentpunkt auf 80% gefallen und liegt damit um 9 Prozentpunkte unter dem für diese Saison üblichen Durchschnitt.
WTI zur Lieferung im Januar notiert aktuell bei 73,66 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Januar notiert aktuell bei 73,89 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis hat in dieser Woche im Zuge eines stärkeren US-Dollar erwartungsgemäß weiter abgegeben und notierte gestern kurzzeitig unter der 1.100 US-Dollar-Marke.
Nach wie vor besteht also eine sehr starke Negativ-Korrelation zwischen US-Dollar-Entwicklung und Goldpreis-Entwicklung.
Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.109,50 US-Dollar pro Feinunze an der COMEX.
Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.104,50 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Trotz eines stärkeren US-Dollar notieren die Industriemetallpreise nach wie vor überwiegend fest.
Kupfer, dass in dieser Woche mit starken Preisschwankungen aufwartete ist ein Paradebeispiel dafür, dass die grundlegenden Erwartungen offenbar immer noch deutlich positiv sind. In dieser Woche wurde sehr deutlich, dass mit jedem Preisrückgang erneut Schnäppchenjäger in den Markt traten und den Preis daraufhin wieder nach oben trieben. Die Marktteilnehmer rechnen mittel- bis langfristig offenbar mit einer deutlichen Nachfrageerholung. Positive Konjunkturdaten unterstützen diese Erwartungen. Offensichtlich korrelieren die Industriemetallpreise mittlerweile deutlich stärker mit den Wirtschaftsindikatoren als mit der US-Dollar-Entwicklung.
Kupfer notiert aktuell bei 3,10 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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