Konjunkturlage
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 10. März 2010, 08:30 Uhr
ENL5462
gestern gab es wieder einige interessante Meldungen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Die Einzelhändler in den USA berichteten beispielsweise über steigende Umsätze (plus 3,4 Prozent in der vergangenen Woche gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres). Dies entspricht dem stärksten Zuwachs seit 14. Juli 2009. Allerdings dürfte der starke Monatsbeginn gemäß ICSC-Chefökonom Michael Niemira stark auf das nun wieder bessere Wetter nach zwei verheerenden Winterstürmen zurückzuführen sein und weniger auf die allgemeine Kauflust der Konsumenten.
Ein weniger erfreuliches Bild zeigt ein den USA erhobener Stimmungsindikator unter Kleinunternehmen. Der NFIB-Index schwächte sich im Februar um 1,3 Punkte auf 88 Punkte ab. Damit notiert der Indikator weit unterhalb seines langjährigen Durchschnitts. Gegenüber dem Tief von März 2009 bei 81 Punkten ergibt sich zwar eine Verbesserung. Aber angesichts der optimistischen Stimmungslage an den Börsen fällt diese erstaunlich schwach aus. Wie sich aus der Umfrage weiter ergeben hat, haben die Unternehmen Personal abgebaut und Preise gesenkt. Auch gibt es nach wie vor Probleme bei der Kreditgewährung seitens der Banken.
Optimistisch wird die Lage dagegen von der ehemaligen Chef-Investment-Strategin bei Goldman Sachs, Abby Joseph Cohen, gesehen. Sie sieht den S&P 500-Index im Bereich von 1.250 bis 1.300 Punkten fair bewertet. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt, die Neuaufträge und der Einzelhandel seien auf dem Weg der Besserung und ein erneutes Abrutschen in eine Rezession sei unwahrscheinlich. Na wenn sie da mal Recht behält. Wie wäre es damit: Der Immobiliensektor steht ohne Verlängerung der teuren Staatshilfen vor einem baldigen erneuten Einbruch, die Bankenpleiten gehen mit unverminderter Geschwindigkeit auch in diesem Jahr weiter (bisher 26 in 2010) und die Arbeitslosenrate wird derzeit stark von öffentlichen Beschäftigungsmaßnahmen (Volkszählung) ins Positive verzerrt. Aber Frau Cohen lag ja in der Vergangenheit schon öfter daneben. Es ist allerdings interessant, wie sich doch immer neue Argumente finden lassen, warum Aktien auch dem erhöhtem Niveau noch sooo günstig sind.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Raymond EGGER (10.03. 2010 09:44 Uhr):
Danke für Ihre kritischen Bemerkungen. Schönfärberei nützt niemand. Ich schätze Ihre Beiträge sehr. Vielen Dank. Herzliche Grüsse Raymond Egger
Antworten - Kommentar von ROBERT SIKKEMA (10.03. 2010 10:38 Uhr):
Endlich einer der Abby Cohen kritisiert.Ich empfehle Ihnen eine FuW april 2000 Ausgabe.Was Sie da enpfohlen hat war kriminell. Ich war kein Opfer.GS sind die Super kriminellen. Ich gratuliere Ihnen. RS m.fr.Gr
Antworten- Antwort von Henrik Voigt (12.03. 2010 09:48 Uhr):
Sehr geehrter Herr Sikkema, vielen Dank. Die Analysen von Frau Cohen verfolge ich seit vielen Jahren, sind sie doch oft gute Kontraindikatoren. Mit freundlichen Grüßen, Henrik Voigt. Chefredakteur DAX Daily/ DAX Profits
- Antwort von Henrik Voigt (12.03. 2010 09:48 Uhr):
- Kommentar von Kellershohn (10.03. 2010 19:33 Uhr):
es ist schon überzeugend, wie jeden Tag der Hinweis kommt der Deckel ist erreicht es geht abwärts nur Horrormeldungen nach Süden. Bei 5550 Punkten war schon Ende der Fahnenstange und nun steht der Dax bei 5900 und läuft auch noch bis 6000 weil er sich nicht um das Geschreibe kümmert. MfG Kellershohn
Antworten- Antwort von Henrik Voigt (12.03. 2010 09:40 Uhr):
Sehr geehrter Herr Kellershohn, unterhalb von DAX 5900 war sogar eine große Trendwende nach unten möglich. Auch jetzt ist diese Gefahr noch nicht ganz verschwunden, aber unwahrscheinlicher geworden. Charttechnik ist ein Prognosewerkzeug mit Wahrscheinlichkeitscharakter, nichts weiter. Horrormeldungen kommen eher von der fundamentalen Seite (Beispiel Griechenland). Wenn man diese denn wahrnehmen möchte. Mit freundlichen Grüßen, Henrik Voigt. Chefredakteur DAX Daily/ DAX Profits
- Antwort von Henrik Voigt (12.03. 2010 09:40 Uhr):
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