Konjunkturdaten in den USA mit deutlichen Rückgängen
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 3. Juni 2011, 13:00 Uhr
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es gibt wieder einiges von der Konjunkturfront zu berichten. Leider nicht viel positives, insbesondere wenn es um die Daten aus den USA geht.
Stimmungsindikatoren in den USA mit deutlichen Rückgängen
In den USA hat sich das Verbrauchervertrauen des Forschungsinstituts Conference Boards im Mai überraschend und deutlich eingetrübt. Der Index sank im Mai auf 60,8 Zähler, nach revidierten 66,0 Punkten im April. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 66,5 gerechnet.
Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.
Der Chicagoer-Einkaufsmanagerindex sank um 11 Punkte auf 56,6 Zähler, nach zuvor 67,6 Punkten. Befragt wurden 200 für den Einkauf verantwortliche Manager aus dem verarbeitenden Gewerbe. Analysten hatten einen Wert von 63,0 Punkten prognostiziert.
Dabei gilt ein Wert des Index über 50 als Indiz für eine wachsende Wirtschaft, während ein Wert unter 50 auf ein Schrumpfen der Konjunktur hindeutet.
Wie das Institute for Supply Management (ISM) am Mittwoch mitteilte, fiel dessen Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager auf den niedrigsten Stand seit September 2009. Das Barometer sank von 60,4 Punkten im Vormonat auf nun 53,5. Erwartet worden waren 57,7. Der Einbruch des Barometers war so stark wie seit 27 Jahren nicht mehr.
Auch hier wird ab Werten von 50 Punkten Wachstum signalisiert.
Noch stehen die Stimmungsindikatoren mit über 50 Punkten auf Wachstum. Sie lassen jedoch für die Zukunft zumindest einen Rückgang der Konjunkturdynamik erwarten, was Sie aber nicht weiter überraschen dürfte.
US-Immobilienkrise meldet sich zurück
Die US-Immobilienkrise meldet sich zurück: Schien es zwischenzeitlich so, als ob der US-Häusermarkt die Talsohle durchschritten hätte, sanken die Preise in 20 Großstädten im März wieder auf den tiefsten Stand seit acht Jahren. Verglichen mit dem Vormonat belief sich der Rückgang im März auf 0,2%, zum Vorjahr liegt das Minus bei 5,1%. Das lag zwar im Rahmen der Erwartungen, sollte einem aber schon vorsichtig stimmen. Der Case-Shiller-Index der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) sank auf 138,16 Zähler.
Die Bauausgaben hingegen stiegen im April um 0,4% und damit so stark wie seit sechs Monaten nicht mehr, wie das Handelsministerium mitteilte.Verglichen mit dem Vorjahr gaben die Bauausgaben allerdings um 9,3% nach.
ADP-Arbeitsmarktdaten enttäuschten
Der für Lohnabrechnungen zuständige Dienstleister ADP meldete am Mittwoch für Mai 38.000 neue Jobs. Erwartet worden war ein Plus von 175.000 Stelllen. Das war der geringste Zuwachs in acht Monaten.
Heute werden noch die offiziellen Arbeitsmarktdaten für Mai vorgelegt, die zuletzt immer recht stark von den ADP-Daten abwichen.
Arbeitsmarkt in Deutschland komplett gegenläufig
Während der Arbeitsmarkt in den USA nur sehr langsam in Gang kommt, ist die Entwicklung in Deutschland ungebrochen positiv.
Die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Wohnort in Deutschland lag mit 40,68 Millionen Personen um mehr als eine halbe Million (521.000) höher als noch vor einem Jahr. 2,54 Millionen Personen waren erwerbslos. Die Erwerbslosenquote sank damit im April 2011 auf 6,0%.
Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag weiter mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vormonat März im Zuge der üblichen Frühjahrsbelebung um 201.000 Personen beziehungsweise 0,5%.
Neben dem Statistischen Bundesamt legte auch die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg ihre Zahlen zum Arbeitsmarkt vor. Demnach seien im Mai 118.000 weniger arbeitslos gewesen als im April und 276.000 weniger als vor einem Jahr. 2,960 Millionen Erwerbslose waren registriert worden. Die Arbeitslosenquote ging im Monatsvergleich um 0,3 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent zurück.
Entwicklung in Europa ebenfalls leicht positiv
Ebenfalls am Dienstag veröffentlichte auch das statistische Amt der Europäischen Union Eurostat Daten zum Arbeitsmarkt. Im Euroraum (ER17) lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im April 2011 bei 9,9%, unverändert gegenüber März. Im April 2010 hatte sie 10,2% betragen.
In der EU27 lag die Arbeitslosenquote im April 2011 bei 9,4%, gegenüber 9,5% im März. Im April 2010 hatte sie 9,7% betragen.
Die jährliche Inflationsrate des Euroraums für Mai 2011 wird auf 2,7% vorausgeschätzt. Dies geht aus einer veröffentlichten Vorausschätzung von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, hervor. Im April lag die Rate bei 2,8%.