Konjunkturdaten: Deutschland hui, USA pfui
Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 28. März 2007 07:30 Uhr
ENL5454
Bevor es mit den handfesten Konjunkturdaten heute weitergeht – vor allem den Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter – kamen gestern erst einmal zwei Sentiment-Datenblocks auf den Tisch – der deutsche ifo-Geschäftsklima-Index und das US-Verbrauchervertrauen für März.
Ifo stabilisiert
Nach zwei Monaten leicht abbröckelnder Werte stieg der ifo-Geschäftsklima-Index im März wieder ein wenig an. Mit 107,7 in der Gesamtrate wurde dabei die Prognose von 106,5 (nach 107,0 im Februar) doch einigermaßen deutlich übertroffen.
Die Einschätzung der aktuellen Lage verbesserte sich auf 112,4 (Februar 111,6, Prognose 111,0), der Subindex der Erwartung für die kommenden sechs Monate stieg auf 103,2 (Februar 102,6, Prognose 102,3).
Hierbei zeigt der Verlauf der vergangenen Jahre im Chart, auf welch hohem Niveau diese Konsolidierung zuvor ablief und wie gering sie letztlich ausgefallen ist. Interessant dabei, wie deutlich sich der Subindex der Geschäftserwartungen, nicht zuletzt in 2006 durch die befürchteten Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung gedrückt, zuletzt wieder erholen konnte. Wenngleich sich die Lage in den USA immer weiter eintrübt, die Mehrzahl der deutschen Unternehmen scheint dem Finanzminister recht zu geben der erwartet, dass die hiesige Konjunktur robust genug ist, um auch gegen die Sogwirkung einer schwachen USA bestehen zu können.
US-Verbrauchervertrauen: Erwartungsindex dreht scharf ab
Weniger gut fiel die Stimmung bei den US-Verbrauchern im März aus. Dabei war durchaus mit einem Rückgang gerechnet worden, da für die US-Befindlichkeit wichtige Elemente wie Aktienmarkt und Benzinpreise ja für jedermann sichtbar negativer geworden waren.
Wenngleich der Wert dann doch mit 107,2 nach den rekordverdächtigen 112,2 etwas unter der Prognose von 108,5 ausfiel, eigentlich nicht besonders tragisch. „Gut“ bleibt die Stimmung der Verbraucher dennoch. Aber:
Das Problem und damit auch der Hintergrund für die recht negative Reaktion der Börsen lag im Detail. Die Einschätzung der aktuellen Lage war sogar marginal auf 137,6 nach 137,1 gestiegen. Der Rücksetzer des Gesamtindex rekrutierte sich einzig und alleine aus der Erwartungskomponente für die kommenden Monate:
Hier ging es scharf von 93,8 im Februar auf nun nur noch 86,9 im März nach unten. Im Dezember hatte die Erwartungskomponente noch ein Niveau von 96,3. Nun ist das Verbrauchervertrauen nichts anderes als ein Ausdruck der Stimmung. Ob daraus dann wirklich steigender Konsum oder – bei fallenden Werten – eine erhöhte Sparneigung wird, ist letztlich völlig offen. Aber wenn es dazu kommt, ist ein solches Abrutschen im Subindex für die Erwartungen auf jeden Fall ein außerordentlich negatives Omen.
