Konjunkturdaten: Bessere Arbeitsmarktdaten
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 09. Oktober 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Sowohl in Deutschland als auch in Amerika wurden heute bessere Arbeitsmarktdaten veröffentlich. So sank in Deutschland die Arbeitslosenzahl saisonbereinigt um 14.000 auf 4,392 Mio. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang von 10.000 gerechnet.
Trotz allem noch keine wirklich beruhigende Entwicklung. Denn im Vergleich zum Vorjahresmonat gibt es heute wesentlich mehr Arbeitlose, nämlich: 265.000. Mit anderen Worten, eine Erholung ist noch nicht in Sicht, aber vielleicht eine Verlangsamung des negativen Trends.
In Amerika sah es heute freundlicher aus: Dort kam es zu einem deutlichen Rückgang bei den Erstanträgen auf Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist auf 382.000 zurückgegangen. Erwartet wurden 390.000 bis 405.000 neue Erstanträge nach zuvor 405.000 (revidiert von 399.000).
Die Arbeitsmarktdaten verbessern sich. Ich kann noch nicht beurteilen, ob das schon mit den Weihnachtsgeschäft zusammenhängt oder doch eine Folge der leicht besseren Konjunktur ist. Wahrscheinlich beides.
Erfreuliches auch von der Autobranche: Die PKW-Nachfrage in Deutschland ist im September leicht gestiegen. So legte die Zahl der PKW Zulassungen um 4 % auf 277.000 Autos zu. Davon profitierten natürlich die Aktien der Deutschen Autobauer, die in den letzten Tage aufgrund des schwachen Dollars zu den Verlieren gehört hatten.
Weniger erfreulich, die Deutsche Produktion ist stark zurückgegangen. So stellte das produzierende Gewerbe 2,5 % weniger her, als noch im Juli. Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang von 1,3 % gerechnet. Begründet wird dieser Rückgang mit der ungewöhnlichen Häufung von Ferien der großen Bundesländer. Ein Grund zur Sorge sei diese Zahl noch nicht. Allerdings bleibt die Wirtschaft mit dieser Zahl noch den Beweis für eine Erholung schuldig.