Konjunkturdaten
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 16. September 2010, 08:30 Uhr
ENL5454
gestern gab es eine Menge Konjunkturdaten, die wertvolle Hinweise auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung lieferten. Ich möchte an dieser Stelle nur die wichtigsten ansprechen – wie gewohnt, in aller Kürze.
Der von der Federal Reserve Bank New York erhobene Empire State-Index zum verarbeitenden Gewerbe im Großraum New York ist im September von 7,1 Punkten auf 4,1 Punkte gefallen. Er verfehlte damit die Erwartungen von 6,4 Punkten. Der Index notiert nur noch knapp oberhalb der Wachstumsschwelle von Null und fällt kontinuierlich seit seinem Erholungshoch im vergangenen Oktober bei 34,6 Punkten und notiert inzwischen auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2009. Die Abkühlung ist nicht mehr zu übersehen.
In den USA ist die Industrieproduktion im August um 0,2 Prozent gestiegen (Erwartungen getroffen). Die Richtung zeigt daher den 14. Monat in Folge nach oben. Allerdings zeit sich damit eine Abkühlung zum Vormonat (wie auch im gesamten Jahresverlauf), wo noch ein Zuwachs von 0,6 Prozent vermeldet werden konnte. Der Juliwert wurde übrigens von ursprünglich 1 Prozent deutlich nach unten revidiert – übliche Taktik in Amerika. Ich bin gespannt, ob und wie weit der aktuelle Wert in vier Wochen (abwärts) revidiert werden muss. Bei gleichem Ausmaß wie im Juli ergäbe sich nämlich eine Schrumpfung, aber das steht ja noch in den Sternen.
In den USA sind die Einzelhandelsumsätze im August gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent gestiegen (Konsens: plus 0,3 Prozent). Damit zeigte die Richtung nach zwei Rückgängen das zweite Mal in Folge nach oben. Damit zeigt sich noch keine Trendwende, aber zweifellos eine Stabilisierung.
Besonders bemerkenswert finde ich diese Meldung: In den USA sind die Lagerbestände der Unternehmen dem Handelsministerium zufolge im Juli um 1 Prozent gestiegen (Konsens plus 0,7 Prozent). Dies entspricht der größten Steigerung seit Juli 2008 (!). Damit haben wir eine treibende Kraft für das Gewinnwachstum der Unternehmen in den USA: Die Lager wurden in Erwartung höherer Nachfrage aufgefüllt und sind jetzt größtenteils voll. Aber keiner kauft das ganze Zeug, wenn sich die Konjunktur abkühlt. Werden die Unternehmen die Lager weiter bis zum Bersten füllen? Was passiert mit den Unternehmensgewinnen, wenn nicht? Interessante Fragen für die kommende Quartalsberichtssaison im Oktober…