Konjunkturdaten
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 5. August 2010, 08:30 Uhr
ENL5462
gestern schrieb ich Ihnen über die „Ungereimtheiten“ im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von US-Wirtschaftsdaten. Ich erwarte, dass diese in den nächsten Monaten eher zunehmen als abnehmen. Der Grund ist ganz einfach: Im November finden in den USA Zwischenwahlen statt. Die US-Regierung dürfte also nicht das geringste Interesse an einem größeren Einbruch der Aktienmärkte vor diesem Datum haben. Und eine stabile Datenlage stützt nun einmal die Kurse.
Wenden wir uns den aktuellen Daten zu: Nach den schlechten Konjunkturdaten vom Vortag fielen die Zahlen gestern zur Abwechslung positiv aus. Der ADP-Arbeitsmarktbericht, der die Beschäftigung im privaten Wirtschaftssektor in den USA misst, zeigt im Juli 42.000 neugeschaffene Stellen (Erwartung: 39.000 Stellen). Zweifellos eine positive Entwicklung, aber selbst US-Finanzminister Geithner geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit noch keine Trendwende gesehen und in den nächsten Monaten zunächst noch weiter ansteigen dürfte. Der offizielle, monatliche BLS-Arbeitsmarktbericht am morgigen Freitag dürfte demnach auch sehr interessant werden.
Auch der ISM-Index des Dienstleistungsgewerbes, das in den USA den größten Teil der Wirtschaftsleistung ausmacht, lag mit 54,3 über der Prognose von 53,1. Hier ergab sich sogar ein leichter Anstieg von 53,8 Punkten im Vormonat. Die Subkomponenten fielen gemischt aus, wobei der Beschäftigungsindex leicht auf 50,9 von 49,7 gestiegen ist. Auch der Dienstleistungs-ISM stand zu Jahresbeginn schon einmal besser da. Die Erholung in den USA verliert an Dynamik, wenn auch nicht dramatisch.
Die Quartalszahlen der deutschen Unternehmen, die gestern berichteten, fielen unterdessen im Rahmen oder über den Erwartungen aus. Hier gibt es derzeit keinen Grund zur Sorge.
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