Konjunkturdaten
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 17. Februar 2010, 08:30 Uhr
ENL5462
nach längerer Zeit wurden gestern positive Konjunkturdaten mal wieder zum Kauf von Aktien genutzt. Der von der Federal Reserve Bank New York erhobene Empire State-Index zum verarbeitenden Gewerbe im Großraum New York ist im Februar gegenüber dem Vormonat von 15,9 Punkten auf 24,9 Punkte (Erwartung: 18 Punkte) gestiegen. Allerdings stand der Index auch schon mal bei 34,6 Punkten im vergangenen Oktober. Hoffen wir, dass es sich bei dem Anstieg nicht nur um eine Erholung im Abwärtstrend handelt. Oberhalb von Null zeigt der Index Wachstum an. Das verarbeitende Gewerbe spielt jedoch in der dienstleistungsorientierten US-Wirtschaft nur eine untergeordnete Rolle. Der Einbruch bei der Unterkomponente „Neuaufträge" von 20,5 auf 8,8 Punkte lässt die Zahl nicht mehr ganz so schön glänzen.
Auf den ersten Blick positiv fiel auch der Stimmungsindikator zum US-Immobilienmarkt NAHB-Index aus. Er stieg im Monat Februar von 15 Punkten auf 17 Punkte (Erwartung: 16 Punkte) und zeigt damit eine weitere, vorsichtige Stabilisierung in diesem sensiblen Bereich an. In den letzten Monaten kam der Index allerdings trotz niedriger Hypothekenzinsen und trotz Steuervergünstigungen der US-Regierung für Ersterwerber eines Eigenheims kaum noch in seiner Erholung voran. Er fiel sogar in den letzten beiden Monaten zurück.
Sie sehen schon: Als Gründe für den recht kräftigen Kursanstieg vor allem im späten US-Handel gestern taugen die Daten nicht so recht, auch wenn ich es mir damit sehr einfach machen könnte. Einleuchtender erscheint mir dagegen der Blick in Richtung Devisenmarkt: Der Dollar scheint dort gerade eine Konsolidierung zu starten, die Aktien und Rohstoffen für kurze Zeit etwas Erholung verschaffen könnte. An der mittelfristig gefährlichen Lage für diese Anlageklassen dürfte sich dadurch aber nichts ändern.
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