Kommentiert: Zur Hilfe für Griechenland
Cindy Bach in Insider Daily
vom 17. Februar 2010, 14:30 Uhr
ENL5462
Heute Morgen las ich auf dem Portal der Frankfurter Rundschau einen Kommentar von Werner Balsen zur Entscheidung der EU-Länder, Griechenland bei ihrer staatlichen finanziellen Misere unter die Arme zu greifen. EU bedeutet Europäische Union, Union heißt Gemeinschaft, und Gemeinschaft bedeutet, sich gegenseitig zu helfen. Rhetorisch richtig. Doch die Kritiker schimpfen laut: Schon wieder soll mit unseren Geldern jenen geholfen werden, die mit Geld scheinbar nicht umzugehen wissen. Wer hat nun Recht? Lesen Sie dazu den nachfolgenden Kommentar:
Helfen und fordern
Von Werner Balsen aus der Frankfurter Rundschau
"Wer hat schon Lust, Griechenland zu helfen? Einem Hallodri-Staat, der sich schamlos ins Euroland gefälscht hat, der sich EU-Fördergelder erschlich, der Korruption nicht wirklich bekämpft und sich von seiner überbordenden Bürokratie nicht trennen mag?
Dennoch kommt die Gemeinschaft nicht daran vorbei, im Zweifel für Hellas einzuspringen. Erstens, weil die Nervosität an den Finanzmärkten viel zu groß ist.
Zweitens, weil Griechenland bei deutschen und französischen Banken mit mehr als 80 Milliarden Euro in der Kreide steht. Ginge das Land pleite, müssten die Steuerzahler diesseits und jenseits des Rheins zu deren Rettung einspringen. Und das könnte teurer werden als eine Rettungsaktion für Hellas.
Und drittens: Wenn die Europartner die Hellenen allein lassen, wie sollen sie dann mit den Spaniern verfahren? Oder mit den Portugiesen, die noch schneller Geld brauchen als die Griechen?
Deshalb hat die EU das kurzfristig Richtige getan: Sie lässt keinen Zweifel an ihrer Hilfsbereitschaft und erhöht gleichzeitig den Sanierungsdruck auf Athen."
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von CE (17.02. 2010 19:26 Uhr):
Soweit mir bekannt, hat das Bundesverfassungsgericht der Währungsunion des Euro und des Zwangsumtausches für die deutsche Bevölkerung nur unter dem Vorbehalt der Stabilität zugestimmt. Diese ist absolut nicht mehr gegeben. Der Stabilitätspakt sagt aus, dass kein Staat mehr als 60% Schulden des BIP haben darf und die Neuverschuldung unter 3% liegen muß. Alles ist nicht mehr gegeben. Warum also sollten wir Griechenland aus der EU werfen? Ich halte es für weitaus sinnvoller, wenn die BRD aus der EU austritt. Wir zahlen am meisten für die überflüssigen Eurokraten in Brüssel, bekommen 1000e von Vorschriften, welche den Unternehmern das Leben schwer machen (und in Deutschland wird genau drauf geachtet, dass auch alles eingehalten wird) und sollen jetzt auch noch die PIIGS (nach den Banken) mit unseren Steuergeldern am Leben erhalten? Wer hilft uns dann, wenn wir als letzte einen Bailout brauchen? Eine Familie, welche vor der Euroeinführung 3000,-- DM Nettoeinkommen hatte, konnte gut leben. Die gleiche Familie, welche heute über 1500,--Eur netto verfügt, hat massive Probleme. ....und da will man uns erzählen, der Euro sei kein Teuro??? Für wie naiv halten Politiker uns eigentlich? So kann das nicht weitergehen. Prof. Schachtschneider und Prof. Hankel haben mit ihren Ausführungen doch recht (schaut mal bei youtube nach diesen Namen). Das deutsche Volk wird für Europa doch regelrecht verkauft. Nicht nur ich habe die Nase voll davon!
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