Kommentiert: Zum Google-Anti-Privatsphäre-Vorstoß
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Global Anlegen
vom 12. August 2010, 14:30 Uhr
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"Street View" heißt die neueste Idee von US-Internetgigant Google. Google zeigt in diesem neuesten Tool detaillierte Bilder von Straßenzügen und Häusern im Internet. Auf den Bildern sind auch Menschen und Fahrzeuge zu sehen. Die Bilder sind kostenlos für jedermann einsehbar. Bereits für 23 Staaten ist Street View" verfügbar, darunter natürlich in den USA sowie den meisten westeuropäischen Ländern. Auch in Deutschland soll es diese "privaten Einblicke" für 20 deutsche Städte noch in diesem Jahr geben. Das erhitzt natürlich die Gemüter. Politiker und Datenschützer gehen auf die Barrikaden. Und auch in der Presse ist das Thema heiß diskutiert. Lesen Sie hierzu einen Kommentar von Stefan Schulte aus der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung:
Googles Überfalltaktik
"Googles Panoramabilder von ganzen Straßenzügen dürften auch in Deutschland eine Menge interessierter Betrachter finden. Doch bis es so weit ist, wird der Internetgigant noch auf einigen Widerstand stoßen. Denn auch jetzt schert sich der US-Konzern wenig bis gar nicht um die Akzeptanz seiner Pläne bei den deutschen Bürgern und Politikern. Google hatte ihnen - nach massiven Protesten - ein einfaches und unbürokratisches Widerspruchs-Verfahren versprochen. Immerhin zählt das Recht am eigenen Bild zu den zentralen Persönlichkeitsrechten.
Was nun angekündigt wurde, kommt eher einer Überrumpelung gleich: Nachdem lange gar nichts geregelt war, ist plötzlich alles bereitet für den gemeinen, skeptischen Bundesrepublikaner. Er bekommt vier Wochen Zeit, einer Veröffentlichung von Bildern zu widersprechen. Dass sich ein Gutteil der Bürger sowie fast die gesamte Bundespolitik in den kommenden Wochen im Urlaub befinden, muss ein dummer Zufall sein. Die Regierung darf Google das nicht durchgehen lassen. Was sie unbedingt durchsetzen muss, ist die Möglichkeit, auch nachträglich noch Bilder sperren zu lassen."
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Helmut Adrian (12.08. 2010 15:29 Uhr):
Die Politik hat hier mal wieder völlig versagt. Unsere Politiker werden von uns großzügig dafür bezahlt, dass sie uns vor solchen Machenschaften schützen. Es ist aber kein Schutz, dass der Bürger nun bestimmten Veröffentlichungen widersprechen "darf." Wer z.B. im Besitz mehrerer Immoblien ist und diese nicht veröffentlicht haben möchte, liefert Google eine Liste seines Eigentums. Wer will sowas denn ausgerechnet einem amerikanischen Unternehmen anvertrauen? Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ein Daten-Hacker stiehlt sich von Ihrem Bankkonto per Überweisung eine größere Summe. Die Amerikaner checken Ihr Konto mit der großzügig erteilten Genehmigung der EU (und unseres Innenministers). Und bei der Recherche, was es mit der "Terrorunterstützung" auf sich hat, stellt der CIA (oder ein anderer) fest, dass Sie mehrere Immobilien und womöglich sich selbst der Öffentlchkeit nicht zeigen wollen! Wollen Sie wirklich zum Weihnachtseinkauf nach New York?
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