Kommentiert: Warum die Toyota-Schelte überzogen ist!
Cindy Bach in Insider Daily
vom 10. Februar 2010, 14:30 Uhr
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Ich habe Ihnen heute einen Beitrag meines Lesers Christian Waldhäusl herausgesucht, der mich unmittelbar nach meinem Kommentar zur Krise bei Autobauer Toyota am Montag erreichte. Neben meinem herzlichen Dank an Herrn Waldhäusl, über die differenzierte Darstellung der Situation im Gegensatz zur aktuellen Medienmassenschlachtung von Toyota, möchte ich nochmals betonen, wie großartig und wichtig ich es finde, wenn Sie mir Ihre Meinung zu meinen Ausführungen schreiben. Nur so kann eine vielseitige Betrachtung von Sachverhalten zustande kommen.
Nun aber der Kommentar von Christian Waldhäusl:
"Sehr geehrte Frau Bach! Ich habe Ihren Kommentar bezüglich des TOYOTA-Rückrufes gelesen und möchte anmerken, dass es mittlerweile unerträglich geworden ist, wie derzeit auf TOYOTA eingeprügelt wird. Derzeit sieht man eine beispiellose Kampagne gegen den japanischen Hersteller, die seines gleichen Sucht - Ihr Kommentar ist hier leider keine Ausnahme! Hätte man jedoch nur ein wenig Kenntnis in der Automobilbranche, würde man auf diesen Zug nicht aufspringen. Dass all dies politisch motiviert (USA) seinen Ausgang nimmt, liegt auf der Hand - und alle, natürlich auch Medien aus Ländern, wo europäische Marken beheimatet sind, steigen hier voll mit ein.
Es ist natürlich ein Faktum, dass hier seitens TOYOTA Fehler in der Produktion und auch im Umgang mit der ganzen Situation passiert sind. Jedoch muss man wissen, dass TOYOTA in Sachen Qualität und Haltbarkeit immer ganz vorne zu finden ist und war. Zudem zählt TOYOTA zu den ethnisch korrektesten Unternehmen überhaupt (soziale Kompetenzen werden hier hoch gehalten - man möge dazu nur einige Zeilen des TOYOTA WAY lesen). Der Grund warum zuletzt die Qualität etwas gelitten hat: Nämlich wird seit geraumer Zeit die Produktion in den jeweiligen Markt verlegt. Das bedeutet auch, dass Zulieferer mehr aus den jeweiligen Märkten stammen, und seitens TOYOTA enorme Anstrengungen unternommen werden müssen, um das gewohnte Qualitätslevel zu erreichen.
Auch in Sachen Umwelt hat TOYOTA schon vor über 20 Jahren begonnen Visionen umzusetzen (Hybrid). Jetzt nach Jahrzehnten springen alle Hersteller auf den grünen Zug auf und positionieren sich als die grüne Marke. Dass der Hybridantrieb im Gegensatz zum besten Diesel Motor nahezu keine Stickoxide erzeugt, wird im Vergleich gerne weggelassen und somit der Hybridantrieb verteufelt - warum nur, frage ich, setzen dann alle Hersteller ebenfalls in Zukunft auf die Hybridtechnik?
Anzumerken ist auch, dass der verkündete Rückruf nun freiwillig passiert, und aus sicherheitstechnischer Sicht nicht notwendig ist. Man will vermeiden, dass die Hetzkampagne auf Grund dessen weitergeführt wird. Wenn der Musterschüler mal patzt, dann freuen sich natürlich alle. Aber dass die schlechten Schüler weiterhin Nichtgenügend abliefern, wird derzeit in der Öffentlichkeit völlig ignoriert.
(...) Sehen Sie alleine die Anzahl der Rückrufe im VW-Konzern im letzten Jahr! Wenn Sie sich die Zeit nehmen sind auch hier oft schwerwiegende Mängel zu finden. Bitte sehen sie mich als Fahrer eines deutschen Fahrzeuges nicht als Verteidiger von TOYOTA. Ich möchte hier nur meine Meinung kundtun und Ihrer Kompetenz im Bereich der Börse insofern Recht geben, dass bei Artikeln wie den Ihren, Kurse eines Auto Herstellers nicht wachsen werden. Ich danke falls Sie sich die Zeit genommen haben meine Zeilen zu lesen. An dieser Stelle möchte ich mich jedoch auch für Ihren Newsletter bedanken. Mit freundlichen Grüßen Christian Waldhäusl"
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dovecar Rudolf (10.02. 2010 15:59 Uhr):
Ich bin seit vielen Jahren, begeisterter und vor alllem überzeugter Toyota-Fahrer. Gerade heute habe ich mir wieder einen Toyota gekauft und mich für diese Marke entschieden
Antworten - Kommentar von Lotario (10.02. 2010 18:10 Uhr):
Liebe Cindy. Eins ist klar. Was Automobiltechnik und Produktionsqualität anbelangt, da waren die Japaner von Toyota uns Deutschen, die wir einst ihre Lehrmeister waren, in den letzten Jahren gelegentlich sogar voraus. Jetzt sind sie in eine Pechsträhne geraten, was aber auch uns schnell passieren kann, wenn wir, wie beabsichtigt, künftig mehr vor Ort (also auch beim Kunden im Ausland) produzieren wollen. Während sich die Japaner aber zu ihren Fehlern bekannt, sich öffentlich entschuldigt und ernsthafte Verbesserungsbemühung bekundet haben, vermisse ich ähnliche Vorstandsaktivitäten bei uns hierzulande in vergleichbaren Fällen . Schon deshalb haben die Japaner keine Häme unsererseits, sondern viel mehr unseren Respekt verdient.
Antworten - Kommentar von Dr Blech (10.02. 2010 18:33 Uhr):
Voll meine Meinung;auch verstehe ich die Kommentare über die Unfälle, angeblich sogar mit Todesolge infolge des klemmenden Gaspedals nicht. Ich brauche nicht einmal die Vollbremsung, es könnte ja auch die Kupplung getreten oder der Automatikhebel bedient werden. Gruß! Dr. Blech
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