Kommentare zur Börse
Tom Firley in Investors Daily
vom 25. Juni 2010, 18:00 Uhr
ENL5454
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Politik-Verdrossenheit
Eines ist aktuell jedoch bei den von den Lesern abgegebenen Kommentaren besonders auffällig: Euphemistisch gesagt ist es „Politik-Verdrossenheit". Realistisch ausgedrückt scheint sogar schon etwas Politiker-Hass durch die abgegebenen Leser-Kommentare.
Die unfehlbare FED
Nun, das ist nun einmal die Meinung vieler Leser. Angesichts zahlreicher Banken- und gar Länder-Rettungsaktionen (mit deutschen Steuergeldern als Pfand) erscheint diese Miss-Stimmung nicht gerade unbegründet. Denn jetzt - so scheint es - wird der ohnehin schon ungeliebte Euro auch noch verramscht und sogar die Amis begründen ihre eigenen Unzulänglichkeiten mit den „Unsicherheiten auf dem europäischen Markt" (zum Beispiel im Fed-Statement vom Mittwoch, in dem verlautet wird, dass die Bedingungen auf dem Finanzmarkt weniger unterstützend für das wirtschaftliche Wachstum wirken ... und jetzt kommt's: was größtenteils die Entwicklungen im Ausland widerspiegelt). Wer übrigens das Statement lesen möchte: FED (das Praktische: Haben sie eines gelesen, brauchen Sie die nächsten beiden wahrscheinlich nicht mehr lesen... die Sätze wiederholen sich gerne).
Was vielleicht den Amerikanern mal jemand sagen sollte: Zum Beispiel steigt Gold in Dollar, fast täglich. Und dies nicht, weil europäische Staaten in Problemen stecken (naja, vielleicht auch ein bisschen...), sondern weil das Vertrauen in die US-amerikanische Papier-Währung immer geringer wird... und mittlerweile ist Amerika mit 13 Billionen (13.000.000.000.000) Dollar verschuldet und (nur ein Faktum von zig anderen) laut Handelsblatt sind etwa 40 Millionen (!) Amerikaner auf Essensmarken des Landwirtschaftsministeriums angewiesen. Denken Sie mal drüber nach, was wirklich für das wirtschaftliche Wachstum weniger unterstützend wirken könnte... Was ich aber eigentlich sagen wollte:
Börse ist die Chance zu Kapitalschutz und -vermehrung
Bei manchen Leser-Kommentaren schwingt neben der Politik-Verdrossenheit auch ein wenig Börsen-Verdrossenheit mit, nach dem Motto: „Jetzt ist doch eh schon alles egal. Alles geht den Bach runter. Gold ist zu teuer und mit Aktien ist auch nicht mehr viel zu holen, eine Immobilie kann ich mir nicht leisten etc."
Verfallen Sie nicht in dieses lethargische Denkmuster. Natürlich, stecken wir immer noch in einer weltweiten (Vertrauens-)Krise und ein Ende ist nicht in Sicht. Und noch viel weniger ist abschätzbar, wie das Ende aussieht.
Das ist doch schon mal etwas. Wir wissen, dass die Kuh noch nicht vom Eis ist. Vor etwa zwei Jahren (Anfang 2008) wussten unsere Spitzenpolitiker nicht, welcher Krisen-Zug da auf uns zurollt. Und wenn Sie es wussten, haben sie es nicht verkündet oder im Vorfeld etwas wirklich Wirksames dagegen getan.
Allerdings hat genau dies (die crashartigen Abwärtsbewegungen in 2008) wieder ab März 2009 zahlreiche Chancen für Börsianer eröffnet. Ich selbst traute der damals einsetzenden Rallye nicht wirklich über den Weg... aber die Markt- und Charttechnik sagte: „Langsam wieder einsteigen".
Werfen wir hierfür im nächsten Beitrag einen Blick auf den Dax-Chart.
Zum zweiten Teil von: Dax Chartähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Werner Mack (25.06. 2010 21:16 Uhr):
Deutlicher kann man es nicht ausdrücken - Danke!!!!
Antworten - Kommentar von peter bretscher (28.06. 2010 23:12 Uhr):
Grüezi Herr Firley, mit Interesse lese ich jedes Mal Ihre Beiträge. Nun zu meiner Frage: Sollte der Euro doch noch crashen und durch eine z.B. "Neue Deutsche Mark" ersetzt werden, was passiert mit all den Aktien in Euro?? Weil Sparguthaben in Euro sind dann sicher 70% futsch... Besten Dank für Ihre Antwort. Grüsse aus der Schweiz, Peter Bretscher
Antworten - Kommentar von Hans Nabholz (07.07. 2010 13:27 Uhr):
Der Euro wird nicht crashen! Bei aller Politikverdrossenheit - Politik ist die Kunst des Möglichen und Schwarz-Gelb macht insgesamt immer noch das Beste aus der Situation. Seier wir froh und dankbar, dass sich die in Berlin und sonstwo in deutschen Parlamenten heftig streiten und wir unsere Parlamente frei wählen und auch abwählen dürfen. Optimismus ist angesagt. Nur ein Krieg hier in Europa würde mich pesimistisch stimmen und den wird es so schnell nicht wieder hier geben. Also Nation - Kopf hoch y Santiago! Hans Nabholz.
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