Könnte sich der wahren Bullenmarkt bitte erheben? – Teil 2
Ed Bugos in Traders Daily
vom 01. April 2008 12:00 Uhr
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Vergessen Sie den Dollar und vergessen Sie Öl. Das sind nur vorübergehende Angelegenheiten. Der wahre Bullenmarkt steht kurz davor, sich zu erheben.
Wenn der Goldpreis bei über 1000 Dollar steht, dann tut er das, weil die Zentralbanken zur schlechtest möglichen Zeit wie wahnsinnig inflationieren. Das bedeutet, dass ein guter, altmodischer Bärenmarkt an der Wall Street ausreicht, um die Zentralbanker geschlossen den Fuß aufs Gas drücken zu lassen und den Goldbullenmarkt aufrecht zu erhalten. Bislang haben die Edelmetallaktien sich dem allgemeinen Trend des Aktienmarktes seit August widersetzt.
Das ist so, wie es sein sollte, und es ist beachtlich, weil den meisten Berechnungen zufolge, Goldaktien heute, verglichen mit dem Goldpreis, teuer sind. Aber die Investoren beklagen sich über die mangelhaften Leistungen dieser Aktien im Verhältnis zu Gold und über die glanzlose Leistung ihrer Junior-Minen-Anlagen, die an der geschätzten Erholung des Sektors seit August, als der aktuelle Trend begann, überhaupt nicht teilgenommen haben.
Hier sind einige Erklärungen dafür: Vielleicht hat John Embry es auf der Goldkonferenz in Vancouver am Besten ausgedrückt, als er feststellte, dass die Goldaktien sich manchmal verhalten, wie eine Wette auf Gold, sich aber manchmal auch verhalten wie ganz einfache Aktien. Wir sollten es dabei belassen… aber das wäre nicht meine Art. Im Laufe der Geschichte konnte ich beobachten, dass Goldaktien anfällig für Abwärtstrends des Marktes sind, außer gelegentlich, während großer Bullenmärkte bei Gold, wenn sie dazu tendieren, sich kontrazyklisch zu verhalten – je weiter der Bullenmarkt fortschreitet.
Sie werden immer noch während Panikausbrüchen am Aktienmarkt fallen, wie es Aktien nun einmal tun, aber sie werden vermutlich umso stärker zurückkehren und ihre Trends dann besser halten. Doch seit 2004 halte ich an der Position fest, dass Goldaktien als Anlageklasse den Goldpreis bis zum Ende dieses ersten Anstiegs nicht übertreffen werden.
Ich denke das auch weiterhin, mit der Einschränkung, dass wir über durchschnittliche Goldaktien sprechen. Die Juniormärkte sind anders verkabelt. Sie korrelieren zuerst einmal nicht so gut mit den zugrunde, liegenden Trends bei den Rohstoffen. Meiner Erfahrung nach korrelieren sie besser mit den Einstellungen des Marktes gegenüber Risiken. Juniormärkte und Small-Cap-Märkte sind in allgemeinen Krisen des Marktes nie gut gefahren, weil sie typische riskante Anlagewerte sind und die Massen bei einer Verkaufspanik Risiken meiden. Die Edelmetallproduzenten mit größerer Kapitalisierung sind etwas anderes.
Die Gründe dafür sind gut fundiert. Aber in der Regel werden spekulative Anlagen gut funktionieren, wenn das Spielumfeld freundlich ist. Doch auch im Small-Cap-Rohstoffsektor wird es unvermeidlich Ausnahmen geben. Es bleibt abzuwarten, ob die Juniorgoldminen in der Lage sein werden, sich dem allgemeinen Trend des Marktes zu widersetzen, aber die Aussichten sind gut, dass es so sein wird. Viele davon sind heute günstig und die Angebotsgrundlagen für Gold werden knapper.
Die Produktion in vielen Gold produzierenden Regionen der Welt wird momentan durch Energieknappheit eingeschränkt und durch rapide teurer werdende Entwicklungskosten die eine Verschiebung verschiedener andernfalls viel versprechender Projekte verursachen.
Gleichzeitig brauchen die Goldhersteller Reserven. Die Large-Cap Produzenten sind auf der Jagd nach einwandfreien Anlagewerten im Bergbau. Und sie werden sich von einem Rückgang des Goldpreises um 20-30% nicht abschrecken lassen.