Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema MDax
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Sowohl fundamental als auch charttechnisch gefällt mir aktuell Klöckner & Co. Diese wird im M-DAX gehandelt und verfügt über eine Marktkapitalisierung von etwas mehr als einer Milliarde Euro, weshalb sie nicht unbedingt als Nebenwert zu bezeichnen ist.
Die Klöckner & Co zählt sich gemessen am Umsatz zu den größten produzentenunabhängigen Stahlhändlern. Den Hauptumsatz erzielt die Gesellschaft in der Lagerhaltung und Distribution von Stahlprodukten. Dazu zählt Langstahl, Flachstahl, Rohre und Edelstahl. Knapp zehn Prozent werden im Aluminiumhandel erlöst. Zu den Kunden gehören kleine und mittelständische Unternehmen der Bauindustrie, des Maschinen- und Anlagenbaus, lokale Händler und Unternehmen aus den Bereichen Automobilindustrie und Haushaltsgeräte.
Am vergangenen Freitag meldete der Stahlhändler, nun ebenfalls die sich abschwächende Stahlkonjunktur zu spüren. Der Nettogewinn der sehr zyklischen Firma sank von 46 Millionen Euro im zweiten Quartal auf 14 Millionen. Damit fiel der Rückgang geringer aus als von Experten befürchtet. Nur zum Vergleich: im dritten Quartal 2009, als sich die Stahlbranche erst langsam von den schweren Einbrüchen der Wirtschaftskrise erholte, schrieb Klöckner noch einen Verlust von 23 Millionen Euro.
Für das nun beginnende vierte Quartal wird nochmals ein leichter Absatzrückgang erwartet, der aber geringer ausfallen sollte, als von Pessimisten erwartet. Daher bestätigte der Vorstand ganz deutlich die erst vor drei Monaten angehobene Prognose. Demnach soll wieder ein operativer Gewinn von mehr als 200 Millionen Euro herausspringen und die Marge auf über 4 Prozent steigen. Den Umsatz will Klöckner um gut ein Viertel steigern. Mit dem bisher aufgelaufenen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 190 Millionen Euro hat Klöckner den für das Gesamtjahr geplanten Gewinn bereits heute erreicht.
Widerstände geknackt
Den Rückenwind durch die guten Zahlen spiegelt natürlich auch der Chart. Nach einer längeren Konsolidierung hatten bereits einige Anleger ein gutes Näschen und vermuteten, dass durch die viel dynamischer als erhoffte Konjunkturerholung bedingt die Gewinndynamik bei Klöckner wieder rasch zunehmen würde. Diese mutigen Anleger wurden bisher belohnt, denn der Kurs schob sich nun nach kurzer Irritation über die bisherige Begrenzung des Seitwärtstrends bei etwa 18 Euro. Nach oben sind nun bis auf Weiteres keine ernsten Widerstände zu erkennen, während die alten Widerstände bei 18 Euro den Kurs nach unten gut unterstützen sollten. Erst bei 20 Euro lauern geringe Widerstände in Form des Polaritätenwechsels, der im Mai dieses Jahres stattfand.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche und viel Glück mit Ihren Positionen.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl