Klöckner & Co – trotz Quartalsverlust zuversichtlich
Katja Kram in Insider Daily
vom 13. November 2009, 14:30 Uhr
ENL5454
der Stahldistributeur Klöckner & Co SE zog eine nüchterne Quartalsbilanz, als er am Freitagmorgen das Zahlenwerk für die Berichtsperiode Juli bis September präsentierte. Im dritten Quartal kehrte der Konzern im operativen Geschäft mit einem Ebitda von 11 Mio. Euro zwar wieder in die Gewinnzone zurück. Doch auch wenn sich die Talfahrt nun etwas verlangsamt, doch unter dem Strich stand erneut ein Verlust von 23 Mio. Euro in den Büchern. Vor Steuern lag der Verlust bei 21 Mio. Euro. Auch der Umsatz war mit 934 Mio. Euro im dritten Quartal 2009 nach 1,77 Mrd. Euro im Vorjahr rückläufig. Mit diesem Zahlenwerk blieb der Stahlhändler aus Duisburg unter den Erwartungen des Marktes. Die befragten Analysten rechneten mit einem Ebitda von 16,1 Mio. Euro. Zudem hatten sie mit einem Verlust vor Steuern in Höhe von 11 Mio. Euro gerechnet.
Die Talsohle ist durchschritten
Dabei deutete sich im dritten Quartal ein positiver Trend an. Die Preise für Stahl erhöhten wieder und die Nachfrage zog leicht an. Doch im Oktober gerieten die Preise in Europa und Nordamerika wieder unter Druck. "Erste Anzeichen einer Belebung der Nachfrage im September können noch nicht als nachhaltiger Trend angesehen werden", teilte das Unternehmen mit. Noch immer sind die Folgen der Krise zu spüren. Allen Unkenrufen zum Trotz sieht der Konzern das Schlimmste bereits hinter sich. "Trotz einer bisher ausbleibenden nachhaltigen Belebung der Nachfrage gehen wir davon aus, dass die Talsohle durchschritten ist und rechnen mit einer graduellen Nachfrageverbesserung für das nächste Jahr", lies Vorstandsvorsitzender Gisbert Rühl verlauten.
Konzernchef Rühl sieht die Krise auch als Chance
Für das kommende Geschäftsjahr zeigte sich der Konzern zuversichtlicher. So hatte Konzernlenker Rühl nochmals das Interesse an der Übernahme der Becker Stahl-Service Gruppe bekräftigt. Auch weitere Akquisitionen seien nicht ausgeschlossen. "Ungeachtet der schwierigen Marktlage sieht sich Klöckner & Co durch die konsequent umgesetzten Maßnahmen aber gut aufgestellt, um die Chancen der Krise zu nutzen", sagte er. Nach Angaben des Firmenchefs seien Übernahmen von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Mio EUR als mittelgroße Akquisitionen möglich. Der geplante Kauf der Becker Stahl-Service Gruppe muss zuvor von der Kartellbehörde geprüft werden.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Ihre
Katja Kram
PS: Ich möchte Ihnen heute einen Beitrag von Sandra Witscher im Insider Daily im wahrsten Sinne des Wortes ans "Herz" legen. Sie setzt sich für die Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzen ein.