Klempner bringen da nichts mehr
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 18. November 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Armer Ben Bernanke. Da war ein merkwürdiges Glänzen auf seinem Gesicht, als ich ein Foto von ihm in der Financial Times sah. Er sah wie eine bärtige Jeanne d`Arc aus. Seine Hände hielt er gefaltet, wie bei einem Gebet, und seine Augen schienen nach oben zu Gott zu schauen, wenn nicht noch dahinter.
Seinen Ruf gewann er als Meister-Klempner" in Princeton, New Jersey. Und jetzt ist er zur Hoffnung der gesamten Menschheit geworden. Oder zumindest für den Teil der Menschheit, der glaubt, dass man für nichts etwas erhalten kann.
Wie kam das? Die Antwort ist einfach. Der Klempner vor ihm machte Fehler. In der Rezession von 2001 wurde das Rohr nicht dicht gemacht, es wurde stattdessen zuviel Liquidität ins System gelassen. Es bildeten sich deshalb Spekulationsblasen. Die Hypotheken überschwemmten den Keller...und dann im Jahr 2007 übernahm Ben Bernanke.
Und dann stand Ben Bernanke Anfang November im Mittelpunkt. Alle warteten darauf, ob er sagen würde, dass er neues Geld...neuen Reichtum...aus dem Nichts schaffen könnte. Wenn das stimmen würde, dann wäre das ein riesiger Schritt vorwärts für die Menschheit, zumindest gleichbedeutend mit der Entdeckung des Feuers, der Erfindung von Facebook oder der Zerstörung von Nagasaki. Jesus Christus vervielfachte Brote und Fische. Die Federal Reserve hängt Nullen dran....schafft so Geld - aus dem Nichts.
Wenn das funktioniert, dann sind wir alle gerettet. Dann kann der Gesetzgeber nach Hause gehen. Er braucht sich nämlich kein Gedenken mehr zu machen über Steuererhöhungen oder die effiziente Verwendung von Steuergeldern. Die Regierung kann dann alle Brote und alle Fische kaufen, die sie möchte. Jeder Wähler kann am Wahltag eine Flasche Whiskey bekommen.
In den letzten drei Jahren haben die Klempner von der Fed Hunderte Milliarden Dollar ausgegeben. Es ist schwer, sich vorzustellen, wie hoch die Rechnung sein wird, denn so viel Geld - mehr als 10 Billionen Dollar - ist für staatliche Garantien und Aufkaufprogramme ausgegeben worden.
Man sollte doch denken, dass man zwei Mal darüber nachdenkt, bevor man so viel Geld ausgibt. Aber offensichtlich haben sie noch nicht einmal nachgedacht. Quantitative Easing" ist schon vorher mal ausprobiert worden. Hat es jemals funktioniert? Nein. Niemals. Widerspruch? Nennen Sie mir ein Gegenbeispiel.
Japan kündigte ein solches Programm im Frühjahr 2001 an. Der Nikkei 225 stand damals bei rund 12.000 Punkte. Der stieg dann schnell auf 14.000 Punkte, weil die Investoren begeistert waren. Dann wurden die Aktien verkauft. Zwei Jahre später stand der Index bei rund 8.000. Und heute steht er rund 25% unter dem Niveau von 2001.
Dabei ist die Inflation noch nicht mal stark angestiegen damals. Zu Beginn des Programms lag die Inflation in Japan bei -1% (Konsumentenpreise). Die stieg dann auf Null....und dann fiel sie wieder, auf aktuell -1,1%, nachdem der Wert 19 Monate in Folge negativ war.