Kippt der Trend nach dem Verfalltag?
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 21. September 2009, 17:00 Uhr
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Häufig kippen positive Trends nach den Verfalltagen oder schwächen sich zumindest ab. Gerade im September, der nicht im Ruf steht ein guter Börsenmonat zu sein, besteht diese Gefahr statistisch betrachtet. Auf der anderen Seite sind die meisten Börsenregeln nicht allgemein gültig und speziell in den letzten 15 Monaten kam man nicht weit mit ihnen.
Nach wie vor habe ich den Eindruck, dass sehr viel Geld an der Seitenlinie lauert und auf Anlage lauert. Dies ist natürlich nichts Neues, aber wie die Edelmetallpreise zeigen, könnte derzeit ein Umdenken in den Köpfen beginnen. Denn obwohl die Risikoneigung zunimmt, steigen Gold und Silber. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass einige Marktteilnehmer verstärkt das Thema Inflation spielen und die Deflation ihren Schrecken verliert. Falls dem so sei, wird der Rentenmarkt weiter an Attraktivität verlieren, obwohl ich hier ohnehin schon eine Blase vermute. Dies wird kein Trend sein, der sich in wenigen Tagen etablieren wird. Einmal in Fahrt gekommen, könnte er aber die heutigen Marktzustände ganz schön durcheinander wirbeln.
Das große Problem der kurzfristig orientierten Anleger bleibt es auch zukünftig zu erkennen, welche der ständig auf den Markt prasselnden Nachrichten das Potential hat, diesen in eine andere Richtung zu zwingen. Speziell die von mir favorisierten Point & Figure Charts sind ein wichtiges Instrument, um glasklar wichtiges von unwichtigem zu trennen, da hier nur das Ergebnis des Kampfs von Bullen und Bären notiert wird. Daher werde ich Sie auch zukünftig hier immer wieder auf spezielle Konstellationen in den Charts aufmerksam machen.
Punktgenaue Einstiegsmomente bleiben nach wie vor den Lesern des NebenwerteInsiders vorbehalten.
Solarwerte unter Druck
Obwohl nach Schätzungen der Europäischen Kommission die Produktion von Photovoltaikmodulen in den nächsten Jahren weltweit rasant wachsen wird, legten die Aktien des Sektors heute den Rückwärtsgang ein. Dies könnte natürlich auch daran liegen, dass diese Meldung nicht als besonders originell eingestuft werden kann und politische Einschätzungen an der Börse nur kurz aufhorchen lassen. Viel entscheidender für die Branche war aber auf der anderen Seite ein Interview des Solarworld-Gründers Frank Asbeck in der Financial Times Deutschland". Dort sprach er sich dafür aus, die vorhandenen Spielräume zu nutzen um die Vergütungen für den Solarstrom zu reduzieren. Damit will er die durch die Subventionen des Einspeisegesetzes steigenden Strompreise nicht noch weiter anheizen. Asbeck will die Vergütungen für Solarstrom stärker kürzen, als es das EEG vorsieht. Im Gesetz ist derzeit eine jährliche Tarifsenkung für neue Anlagen von acht bis zehn Prozent verankert. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert den Erzeugern von Solarstrom derzeit auf 20 Jahre hinaus für jede Kilowattstunde Strom zwischen 32 und 43 Cent. Das entspricht dem Fünf- bis Siebenfachen des Börsenpreises für herkömmlichen Strom.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl