Keynesianismus
Bill Bonner in Investors Daily
vom 06. Mai 2005 18:00 Uhr
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Anfang des zwanzigsten Jahrhundert kam John Maynard Keynes auf die Idee mit den Wirtschaftswissenschaften. Die Politiker waren verrückt danach. Keynes erklärte ihnen, wie sie sich im ganz großen Stil in private Angelegenheiten einmischen könnten – und natürlich alles besser machen könnten. Keynes behauptete, dass man Rezessionen abschwächen könnte, indem man mehr Kredite zur Verfügung stellte, wenn das Geld knapp wird ... und durch eigene Ausgaben, die den Mangel an Ausgaben von Seiten der Verbraucher und Geschäftsleute ausgleichen sollte . Die Idee fasste schnell Fuß. Schon bald rieten Ökonomen jeder Regierung zu diesem neuen "-ismus." Es schien niemanden zu kümmern, dass es sich bei dem neuen System um Betrug handelte. Wo sollte all das neue Geld herkommen? Und was brachte die Leute dazu zu glauben, dass die Ansichten eines Wirtschaftswissenschaftlers zum Thema Sparen und Ausgeben besser sind, als die des Einzelnen?
Die Wirtschaftswissenschaftler wollten genau das, was auch alle anderen wollte – Prestige, Geld und Frauen. (Außer Keynes selbst, der eher auf Männer stand.) Es gibt genau zwei Wege, das was man will auch zu kriegen. Den ehrlichen und den anderen. Den wirtschaftlichen und den politischen. Es gibt Überzeugung und es gibt ... Zwang. Solange ein Ökonom nur durch die Fenster späht, ist er harmlos. Aber wenn er anfängt, die Leute dazu zu bringen, das zu tun, was er will – indem er ihnen Geld gibt, das ihm nicht gehört ... oder indem er sie mit künstlich gering gehaltenen Zinssätzen betrügt ... oder indem er Geld druckt, das nicht durch einen echten Wert gedeckt ist – dann hat er auf die dunkle Seite gewechselt. Er hat angefangen, zu politischen Mitteln zu greifen, um seine Ziele zu erreichen. Er ist zu einem Esel geworden.
Die Verbesserungen nach Keynes wurden in den Zwanzigern angewandt – als Ben Strong, damals Direktor bei der Zentralbank, sich dazu entschloss, der Wirtschaft zu einem "kleinen Whisky" zu verhelfen und dann wieder in den Dreißigern, als der Aktienmarkt sich von dem Kater erholen sollte. Wie vorauszusehen, waren die Ergebnisse katastrophal. Und schon standen neuen Wirtschaftswissenschaftler mit neuen Ideen bereit. Solche Leute wie Robert Lucas und Murray Rothbard waren selten, die meinten, dass die Wirtschaft mit politischen Mitteln nicht zu manipulieren sei.
Keynesianismus ist Betrug. Der Dollar selbst ist eine Masche. All das hat sich so entwickelt, weil Leute gute Absichten hatten. Aber diese guten Absichten haben den Weg in die Hölle nicht nur geebnet, sie haben ihn auch geölt. Es gab keinen Grund mehr, Bremsen einzubauen: einmal unterwegs war die Sache nicht mehr aufzuhalten.
In den vielen Jahren seit der Einrichtung des Zentralbanksystems ist Gold immer gleich standfest geblieben. Eine Unze Gold hat heute noch eine ähnliche Kaufkraft wie 1913. Der Dollar hat jedoch mit jeder Schäbigkeit mitgehalten und ist heute im Vergleich zum Dollar von 1913 noch gerade mal fünf Cent wert.
Nach einem halben Jahrhundert des Betrugs sind die Amerikaner bereit, alles zu glauben ... bei allem mitzumachen ... solange es nur verspricht, sie reich zu machen. Sie werden enttäuscht sein, wenn sei feststellen, dass die gesamten politischen Mittel sie am Ende nur ärmer haben werden lassen. Erst dann werden wir wirklich Käfige brauchen.