Kerry versus Bush
Investors Daily
vom 12. Februar 2004 18:00 Uhr
ENL5454
*** "Erst vor ein paar Wochen", so began ein Gesprächspartner beim gestrigen Abendessen, "sah es so aus, als ob Bush den Wahlkampf schon gewonnen hatte. Er lag weit vorne. Jetzt sieht es so aus, als ob es doch noch einen richtigen Wahlkampf geben wird."
Ich bin in Bezug auf den US-Wahlkampf nicht ganz auf dem Laufenden. Aber unserem gestrigen Gespräch konnte ich entnehmen, dass die Attacke der Republikaner Biss hat. Sie haben versprochen, dass sie die Defizite unter Kontrolle bringen werden.
Natürlich kümmern sich doch nur Republikaner um so Dinge wie Haushaltsdefizite ...
Aber die Angriffe auf die militärische Tapferkeit von Bush waren scharf. Die Mühlen der poetischen Gerechtigkeit mahlen zwar langsam, aber zuverlässig. Bush hat sich als kriegerischer Präsident profilieren wollen. "Bring 'em on", so verspottete er seine Feinde. Und jetzt fragen die Demokraten nach seiner Vergangenheit während des Vietnamkriegs.
Sie sagen: Während Bush sich bei der Nationalgarde oder am Strand von Fort Lauderdale versteckte, tat unser Mann seine Pflicht.
Aber das ist so schön an der Politik. Keine Lüge ist so machtvoll, dass jemand sich komplett damit umhüllen kann. Während John Kerry seine Rolle im Krieg deutlich macht, gibt Robert MacNamara – dieser Mann war einer der Köpfe hinter dem Krieg – zu, dass der ganze Krieg ein Fehler war.
Die Kriege in Vietnam bzw. Indochina haben Millionen Menschenleben gekostet. Neben den Vietnamesen selbst starben zuerst Franzosen, dann Amerikaner. Ehrliche Bauernjungen zogen in den Krieg, mit gutem Vertrauen auf schlechten Rat. Und es gab auch Universitätsabsolventen unter ihnen. Während sie eigentlich auf das Weiße Haus zielten, trafen sie vielleicht einen oder zwei vietnamesische Bauern.