Keine Stimme für faule Schulden
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 9. November 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Derzeit steigt oder fällt der Dow Jones kaum an einem Tag um weniger als 100 Punkte. Jede Tagesbewegung darunter würde mich schon enttäuschen
Was diese extremen Schwankungen uns mitteilen, ist, dass die Investoren sehr unsicher sind. Sie wissen, dass viel auf dem Spiel steht. Und sie wissen nicht, in welche Richtung es gehen wird. Mal sieht es gut aus, mal eher nicht. Warum wohl der griechische Premier seine Idee eines Referendums aufgegeben hat?
"Hey, George", sagten die Banker. "Du kannst die Wähler so etwas wie das nicht entscheiden lassen. Du weißt, was die sagen werden. Sie werden sagen, dass sie unsere verdammten Schulden nicht bezahlen wollen. Und was sollen wir dann sagen?"
Über die Geschichte grieschischer Schulden
Natürlich ist es nicht so einfach. Als es gut ging, konnten sich die Griechen stark verschulden, zu Zinssätzen, welche nicht höher waren als sie die Deutschen zahlen mussten. Jeder, der sich mit der Geschichte der griechischen Schulden beschäftigt hätte, hätte gewusst, dass dies für die Gläubiger keine gute Sache ist. Die Griechen sind seit ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1928 sehr oft Pleite gegangen. Die Griechen sind gut darin, damit zu spielen, eine gute Zeit zu haben...und gut zu leben. Sie bleiben lange auf...aber gehen früh in den Ruhestand!
Wer kann es ihnen schon vorwerfen, dass sie das Geld der Banker nehmen? Und wer kann ihnen schon vorwerfen, dass sie das nicht zurückzahlen möchten? Die Banker hätten es besser wissen müssen!
Zu hohe Schulden als Kernproblem
Der Kernpunkt des Problems sind viele Schulden, die nicht wirklich zurückbezahlt werden können. Je mehr man eine Volkswirtschaft mit Sparmaßnahmen ausquetscht...desto weniger Saft erhält man. Je mehr man versucht, zu bezahlen...desto weniger wird man dazu fähig.
Diese griechischen Schulden sind einfach "faul"....überfällig, abgelaufen.
Intelligent wäre es, den Markt das erledigen zu lassen. Griechenland erklärt die Zahlungsunfähigkeit. Die Banken gehen Pleite. Die Schulden werden "bezahlt" von den Leuten, die sie bezahlen sollten - die Leute, welche das den Griechen geliehen haben.
Natürlich wollen die Banker...und die Leute, die die staatlichen Finanzen führen...das nicht. Sie sind daran interessiert, dass sie ihre Posten behalten und dass der Schuldenreigen weitergeht. Zumindest solange, bis sie in den Ruhestand gehen.
Deshalb forcieren sie das. Und nehmen Widerstände weg, so wie ein demokratisches Referendum. Die Demokratie ist eine großartige Sache, wenn die Wähler die Antwort geben, die man haben möchte. Wenn sie das nicht tun...vergesst es.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Klaus Bruenken (09.11. 2011 08:40 Uhr):
Ist es nicht vielmehr so, daß der große Teil der griechischen Schulden schon bei der EZB sind, Griechenland aber trotzdem nicht Pleite gehen darf, weil dann die CDS fällig würden ?
Antworten- Antwort von Albert Karl (09.11. 2011 13:56 Uhr):
Sehr gut. Genau so verhält es sich. Und wir Sparer und Anleger sind die Dummen!
- Antwort von Albert Karl (09.11. 2011 13:56 Uhr):