Keine Pleiten mehr vor Weihnachten
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 19. Dezember 2008, 17:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leserin, lieber Leser,
nun ist es also tatsächlich so weit: Die US-Regierung will vor Weihnachten keine Medien voller frisch entlassener Autobauer sehen. Daher werden die "großen Drei" mit 17,4 Mrd. US-Dollar aus dem ursprünglich nur für die Banken gedachten Hilfspaket vorläufig gerettet.
Viel Geld für veraltete Technik
Diese Entscheidung ist ausgesprochen umstritten, denn hier werden mit viel Geld völlig veraltete Automobilbauer am Leben gehalten, die seit Jahren mit ihren Fahrzeugen am Markt vorbei produzieren. Gerade musste ich mich in den USA leider wieder davon überzeugen,wie schlecht diese Autos sind. Da kann man unseren europäischen Autobauern einiges vorwerfen, aber die Technik ist um Lichtjahre weiter.
Chapter 11 wäre sicher günstiger und effektiver gewesen
Abgesehen davon, dass keine Regierung vor Weihnachten gerne Massenentlassungen sieht, wäre es wahrscheinlich günstiger und effektiver gewesen, die "Großen Drei" über eine kurzfristige Pleite nach Chapter 11 (dem speziellen amerikanischen Insolvenzverfahren) zu sanieren. Das hat schon bei Fluggesellschaften funktioniert, warum soll es bei den Autos nicht auch gehen? Das Argument, dass niemand Fahrzeuge eines Herstellers kauft, der sich im Insolvenzverfahren befindet, ist meiner Ansicht nach falsch. Denn genau das könnte man ja jetzt auch schon anführen. Es ist jedem potenziellen Käufer bewusst, dass diese Marken alle größte Probleme haben und um ihre Existenz kämpfen. Mit Chapter 11 hätten sie eine gute Chance, zu überleben - ohne werden sie in einigen Monaten wieder um Hilfe betteln.
Die Kunden wollen neue Technik, ...
Zur Zeit brechen jedem Autobauer der Welt die Kunden weg. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die Kreditlinien der Banken alle Flottenkäufe bzw. Leasingverträge von Firmen erschweren oder teilweise fast unmöglich machen. Aber es hat auch ganz andere Gründe: Denn wer heute in westlichen Ländern ein Auto kauft, überlegt sich vor dem Hintergrund der im vergangenen Sommer erst erlebten Benzinpreisexplosion sehr genau, was für einen Antrieb sein Auto haben soll.
... keine Spritschleudern
Und hier höre ich immer öfter: Mein Alter tut es doch noch ein oder zwei Jahre. Ich will lieber warten, bis die modernen Elektrofahrzeuge so weit serienreif sind, dass ich gleich in die neue Technologie investieren kann. Denn die Ölpreise werden doch sicher wieder steigen, dann bin ich gleich für einige Jahre auf der sicheren Seite. Und den Wiederverkaufswert stärkt es noch zusätzlich."
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