Keine Angst! Das Programm von George W. Bush ist auf dem Weg!
unserem Korrespondenten Eric Fry in New York in Investors Daily
vom 09. Januar 2003 18:00 Uhr
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Liest der Goldmarkt meine Kommentare? Ich hatte ja gestern geäußert, dass der Goldpreis kurzfristig wahrscheinlich zurückkommen wird – und prompt ist er unter 350 Dollar gefallen.
Präsident Bush hat seine Sorgen über die Lage der US-Wirtschaft betont, und gleichzeitig hat er der Nation erklärt, was für wundervolle Dinge er tun will, um die Lage zu verbessern. Wie die meisten Vorschläge, die von Präsidenten kommen, ist der "Wachstum und Job"-Plan von George W. Bush ein "Schulden und Ausgaben"-Plan. Und wie die meisten vergleichbaren Pläne ist es sicher, dass das "Schulden machen und Geld ausgeben" funktionieren wird – aber es ist unsicher, ob das zu Wachstum und/oder zusätzlichen Jobs führen wird.
Der Bush-Plan sieht auf den ersten Blick besser aus, als sich ein Schlag ins Genick anfühlt. Aber dieser Plan könnte schlimmer sein. Natürlich wird das erst die Zeit zeigen. Aus meiner Sicht ist die wahrscheinlichste Konsequenz des Bush-Plans das Wiederauferstehen der Inflation – die monetäre Folge von "Schuldenmachens" und "Ausgeben".
Obwohl sich das ökonomische Umfeld in den letzten 12 Monaten substanziell verändert hat, bleiben die Hauptthemen, mit denen die Investoren konfrontiert werden, fast die gleichen. Die Aktien sind immer noch teuer, der Dollar ist immer n och verletzlich und der amerikanische Konsument wird – irgendwann – aufhören müssen, die Dinge, die er nicht braucht, mit Geld, das er nicht hat, zu kaufen. Ein paar Konsumenten haben ihre Konsumausgaben tatsächlich schon zurückgefahren, wie die jüngsten Umsatzzahlen bei US-Einzelhändlern wie Home Depot und anderen zeigen.
"Wie die Aussichten für die Konsumausgaben sind? Schwach, meiner Ansicht nach", sagt Paul Kasriel, Volkswirt bei Northern Trust. "Wenn die Baby Boomers (geburtenstarker Jahrgang in den USA) sich früher zur Ruhe setzen wollen, dann müssen sie mehr sparen. Die persönliche Sparrate lag im Jahr 2001 bei rund 2,3 %. In den ersten 11 Monaten 2002 lag sie immerhin wieder bei 3,9 %." Zum Vergleich: In Deutschland und Japan sind zweistellige Sparraten eher die Regel als die Ausnahme.
"Ich wette darauf, dass die persönliche Sparrate in 2003 weiter steigen wird. Warum? Weil die Haushalte deutlich ärmer geworden sind ... nach dem Platzen der Spekulationsblase am Aktienmarkt." Paul Kasriel schätzt, dass die persönliche Sparrate wieder auf das Niveau von 1995, d.h. 5,6 %, steigen wird.
Aber auch wenn die amerikanischen Konsumenten nicht mehr so viele Sachen im Baumarkt einkaufen (Home Depot ist der größte Heimwerkermarkt in den USA), dann kaufen sie doch noch von Zeit zu Zeit überteuerte Aktien. Die Leute können nicht genug von Aktien bekommen, egal, wie viele sie schon haben. Aber wenn die derzeitige Bärenmarktrally vorbei ist, dann werden sich diese Investoren wünschen, dass sie sich Haushaltswaren statt Intel-Aktien gekauft hätten.
Die Aktien sind immer noch teuer, und nicht nur deshalb, weil das durchschnittliche KGV zwischen 30 und 40 liegt, sondern auch, weil der wirtschaftliche Durchhänger nach den Jahren der Spekulationsblase noch immer nicht überstanden ist. Die US-Wirtschaft kämpft immer noch mit Überkapazitäten und schwacher Nachfrage. Keine Zinssenkung und keine Steuersenkung wird diese Krankheiten über Nacht heilen können. Das ist zumindest die Sicht der Bären. Alan Greenspan bietet da deutlich optimistischere Prognosen. Zuletzt hat er wiederholt festgestellt, dass "es besser war, einen Boom gehabt zu haben und dann einen Abschwung, als wenn man nie einen Boom gehabt hätte". Schöne Theorie, aber wahrscheinlich stimmt sie nicht.
Steven Pearlstein von der Washington Post erklärt uns: "Die Fed verteidigt sich mit folgender Argumentation: Die ökonomischen Gefahren, die beim Versuch auftreten, eine Spekulationsblase am Aktienmarkt platzen zu lassen, seien größer als die Gefahren, die auftreten würden, wenn man diese Blase von alleine platzen ließe und danach die Zinsen senken würde, um den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen."
In dieser Phase – Zinssenkungen zur Begrenzung wirtschaftlicher Schäden – sind wir jetzt. Leider haben die exzessiven Zinssenkungen von Alan Greenspan weder erfolgreich das Wirtschaftswachstum wiederhergestellt noch den Schaden begrenzt. Das Problem mit geplatzten Spekulationsblasen ist, dass ihre Nachwirkungen eine Weile bestehen bleiben.
13 Jahre, nachdem die kolossale Spekulationsblase in Japan geplatzt ist, ist die japanische Wirtschaft immer noch am Husten. In den USA sind erst 3 Jahre seit dem Platzen der Spekulationsblase vergangen. Deshalb mag es zu früh sein, das Zinssenkungsprogramm der Fed (12 Zinssenkungen) als kompletten Fehlschlag zu bezeichnen. Aber es ist nicht zu früh, dieses Programm als "nicht erfolgreich" zu bezeichnen ...
Aber keine Angst! Das "Wachstum und Job"-Programm ist auf dem Weg!