Kein Problem – sagt Bernanke
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 18. Dezember 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Gestern war ein guter Tag für den Fed-Gouverneur Ben Bernanke und die "Fed-Gang". Der CRB-Index (der die Preise von diversen Rohstoffen misst) stieg auf ein 21-Monats-Hoch. Deflation sei kein Thema, um das man sich Sorgen machen müsse, so die Bloomberg-Kolumnistin Caroline Baum.
Dazu kommt eine Studie von Merrill Lynch, die uns mitteilt, dass die Hausbesitzer weiterhin fleißig das Volumen ihrer Hypotheken erhöhen. Merrill Lynch sagt, dass die Hunderte von Milliarden Dollar, die die Hausbesitzer durch Refinanzierungen erhalten haben, genug sein sollten, um die Wirtschaft noch ein paar Monate weiterlaufen zu lassen.
Die amerikanischen Konsumenten sind notorisch verschuldet. Aber mit der Hilfe des leichten Geldes der Fed erhöhen sie ihren Schuldenberg noch weiter.
Und es gibt weitere gute News für Bernanke: "Viele Leute sparen nicht für ihren Ruhestand", so die Zeitung Arizona Republic. "Die Hälfte der Arbeiter zwischen 25 und 64 hat keinerlei Ersparnisse", so die Zeitung.
"Unsere Ersparnisse sind ein Desaster", so der Vorsitzende der "Allianz für Sicherheit im Ruhestand", offensichtlich kein ernsthafter Ökonom. Denn wie jeder Keynesianer und jeder Monetarist weiß, ist Sparen das Schlimmste, was Leute mit ihrem Geld machen können. Sie müssen ihr Geld ausgeben, um die Wirtschaft am Laufen zu erhalten – sogar wenn sie kein Geld haben! (Ich hoffe, Sie bemerken meinen leichten Sarkasmus).
Viele der heutigen Konsumenten stehen schon bis zum Hals in Schulden – ein Großteil davon Hypotheken. Die Fed hat in den letzten Jahren soviel leichte Kredite ermöglicht, dass es schwer war, zu widerstehen. Und nebenbei – wenn alles so einfach schien, warum sollte man sich nicht ein größeres, schöneres Haus gönnen?
Die Immobilienpreise sind in den 1990ern doppelt so schnell wie die Einkommen gestiegen. 20 % der berufstätigen Amerikaner geben nun 35 % ihres Bruttolohnes – rund die Hälfte des Netto-Lohns – für ihre Hypothekenzahlungen aus. 1990 lag der Anteil dieser Leute noch bei lediglich 6 %.
Laut Reuters hat die Zahl der faulen Kredite ein Rekordniveau erreicht ... und nächstes Jahr soll sie sich verdoppeln. Wie können diese armen amerikanischen Hausbesitzer weiterhin die gesamte Weltwirtschaft auf ihren Schultern tragen?
Kein Problem, sagt Bernanke. Wir werden ihnen einfach noch mehr Geld leihen.